Demon Cry - Band THE EYE

Suchen
Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

 
 
 
 
 
 
" Woman In Black "
!!! no flash player installed !!!
 
 

DEMON CRY (Double Album)

Play Format Gapless

Time 01:54:38

01. War

00:08:17

02 Toture

00:14:19

03 Void

00:04:01

04 Apena

00:04:41

05 Coming Home

00:03:04

06 Venlafaxin

00:09:16

07 Demon Faces

00:08:30

08 Wolf

00:14:54

09 Black Blood

00:09:54

10 Woman In Black

00:08:51

11 Awesome

00:03:36

12 Votan

00:07:36

13 The Insanity

00:06:13

14 The Last Fire

00:06:23

15 Sleep

00:05:01

 
 
 

Lyrics


Hintergrund: Burnout und Depressionen


DEMON CRY

Der Tag geht zu Ende, die Sonne flüchtet vor meinen Blicken. Erstarrt und ohne Atem schaue ich ihren Untergang hinterher. Tief bohre ich mich in ihren roten Schein und suche dort nach Halt. Minute für Minute neigt sie sich dem Horizont und übergibt mich an die Dunkelheit. Sie läßt mich zurück, drängt mich unaufhörlich in die Nacht, der ich nicht entkommen kann.

VENLAFAXIN

Sie ist klein und unscheinbar. Nie würde sie es schaffen, sich gegen mich zu behaupten. Ihr Körper ist nur eine gläserne Hülle um ihren Inhalt zu wahren. Ich gab mich ihr hin, jeden Abend. Sie brachte mir die Nacht wieder, die ich nicht mehr hatte. Auch ihre größere Schwester lernte ich kennen. Mit ihr verschmolz ich zu einer Masse aus unzerstörbarer Kraft und Energie. Ich trotzte allen Widrigkeiten am Tage und ließ mich von ihr in der Nacht verführen. Nie wollte ich sie mehr loslassen, mit niemandem teilen, sie war die Lust, mein Lebenspool, der mich verlassen. Was ich nun noch vermisste, sollte mir die Älteste von ihnen geben. Ein perfektes Glied in der Kette des Lebens. Die Nächte wurden länger und ich mutierte in meinen Träumen zur Göttlichkeit. Ich hasste den Tag und suchte die Dunkelheit. Die Sucht meine Augen zu schließen wurde zum Inhalt meines Wesens. Ich hatte ein zweites Ich, fand mich in der Vergangenheit wieder, durchlebte die schönsten Momente noch einmal, unermesslich war der Reichtum an Liebe und Glück. Ich hatte das Limit der Dosierung erreicht, stand über allem bis zu jener Nacht, an der ich nackt auf einer Straße erwachte.

WOLF

Es war kalt und das moderige Laub unter mir war feucht vom Nebel. Das schale Licht der Laternen brachte das nasse Pflaster zum glänzen. Kein Fenster in den Häusern brachte einen Schein nach draußen. Es war toten still und ich versuchte einen Gedanken zu fassen, wo ich bin. Alles war fremd, wo auch immer meine Augen hinsahen. Ein dumpfes schleifendes Geräusch näherte sich aus einer kleinen Gasse hinter mir. Sie war in Dunkelheit gehüllt. Nur die Laterne über mir leuchtete ein paar Meter aus. Ich wich krauchend nach hinten, tiefer in das Laub und spürte innerlich die aufkommende Angst. Mein Leib fing an zu zittern und mein Blick in die dunkle Gasse erstarrte. Was mich dort aus blutigen Augen ansah war eine unbeschreibliche Kreatur. Es röchelte und humpelte immer näher auf mich zu. Mit meinen nackten Füssen stieß ich an einen Baum hinter mir. Wie eine Mauer versperrte er mir den Weg nach hinten. Eines der Hinterbeine zog das Geschöpf  hinterher. An ihm war eine Kette, die sich tief in das Fleisch gefressen hat. Das schleifende Geräusch stammt von einem herausgerissenem Holzpfahl, der an dem faulendem Fuß gekettet war und von der durchnässten Kreatur hinterher gezogen wurde. Verfilztes schmieriges Fell  bedeckten dieses Etwas. Wenige Meter trennten uns von einander und ich erkannte einen räudigen Hund, von offenen Wunden der Körper gezeichnet, zerfetzten Ohren und zerschlagener Schnauzte, die sich mit jedem Schritt näher langsam öffnete. Es zog die Lefzen immer höher und gab ein widerliche knurrendes Röcheln von sich. Das Blut in seinem Rachen gurgelte bei atmen und verlor sich auf dem nassen Pflaster. Mein Atem stand still. Ich versuchte aufzustehen was mir aber nicht gelang. Warum war ich nur so völlig entkräftet, von allen Muskeln körperlich beraubt? Gott, nimm mein Leben sofort, wenn das der Weg in die Ewigkeit sein soll. Ich schloss die Augen und meine Hände gruben sich in die schmierige Erde. Mit aller Kraft stemmte ich meinen Oberkörper nach oben, die Elenbogen zitterten und ein stechender Schmerz durchzog meinen Körper. Sekunden verweilte ich in dieser Haltung bis ein verwesend fauliger Geruch meine Sinne traf. Ich öffnete langsam die Augen, die in einem Maul blickten mit gespaltener Zunge. Dieser Kreatur fehlten fast alle Zähne und der Tod hat sich hier als fleischige stinkende Masse eingenistet. Langsam neigte sich der Kopf des wankenden Lebens und schaute mir mit den toten Augen tief in die Seele. Ich bekam keine Luft mehr, mein Herz spürte ich bis in die Fingerspitzen, aus der Kälte wurde feuerrote Glut. Ich schrie aus Leibes Kräften und dieses scheußliche Wesen biss tief in meinen Arm. "Wach auf, komm zu Dir". Eine Hand schüttelte meinen Arm. Ich war Schweiß gebadet und zitterte am ganzen Körper. Ich sah sie immer noch vor mir, diese monströse Götze aus Leben und Tod, die mir die Nacht genommen. In den Nächten danach gelang mir die Flucht vor seines Gleichen. In Horden kamen sie wieder und wieder, krochen aus altem Abriss und Gassen, hetzten mich durch leere Straßen und dunkle Wälder. Ihre Witterung spürte ich mit allen Sinnen. Sie waren überall und ließen nicht von mir ab.

TORTURE

Erst in einer Irrenanstalt sollte ich vor ihnen meine Ruhe haben, kauernd auf dreckigen Fliesen unter einem Fenster, in der die Sonne nur einen kleinen Lichtfleck am Boden hinterließ. Wenn ich nicht eingeschlossen, sie waren es bestimmt. Hinter Gittern, aufgeteilt in kleinsten Zellen sah’s des Menschen verstoßene Brut aus Elend und Leid. Aus der Ecke heraus, in der ich hockte schien das Ende des Flures nicht ersichtlich. Einige von ihnen dämmerten vor sich hin, manche schoben ihren Arm durch die Gitterstangen und schienen mit ihren knochigen Fingern nach mir zu greifen. Mit zerfetzen Kleidern krochen einige immer im Kreis. Der Anblick war entsetzlich. Ein Mädchen fing an zu schreien und rannte gegen das Eisengitter. Sie griff mit ihren Händen nach zwei rostigen Stangen und schlug unaufhörlich mit ihren Kopf auf das Gitter ein. Beim dem dritten Schlag spritze ihr Blut auf Boden und Wand. Nach und nach begannen auch die anderen sich auf diese Art übelste Wunden beizubringen. Das Blut auf den weißen Fliesen verfärbte sich schwarz und kroch in den Fugen den Flur hinunter zu einem Abfluss, der die Menge nicht mehr aufnehmen konnte. Ich schob mich mit dem Rücken an der Wand nach oben und erblickte meine schwarz beschmierte Kleidung. Auch meine Hände waren mit vertrocknetem schwarzem Blut befleckt. Mit jedem Schritt hinterließen meine nackten Füße einen dunkel glänzenden Abdruck auf den hellen Boden. Ich wollte hier nur raus und schlich mich den Flur hinunter.

BLACK BLOOD

Als ich an den verstopften Abfluss kam bemerkte ich einen fast blinden Spiegel darüber und sah hinein. Was ich dort erblickte konnte kein Leben sein. Mit zerschlagenden Kopf, Handlangen Wunden, die sich Zentimeter tief in das Innere bohrten, müsste ich tot sein. Mit den Händen fühlte ich das klaffende Fleisch, gesäumt von schwarz verkrusteten Blut. Ich drehte mich den Gittern zu. In dieser Irrenanstalt war Ruhe eingetreten und alle starrten mich an. Diese unzähligen toten Augen, so leer und kalt, es schienen, als würden sie auf etwas warten. Ich musste weg, weg von diesen Anblicken, die mich zu tiefst schmerzten. In Panik lief ich los. Ich rannte eine Ewigkeit an unzähligen Zellen vorbei, endlos schien dieser Gang. Ich blickte beim Laufen nur nach vorn und trotzdem sah ich das Elend hinter den tausenden rostigen Stählen. Ich rannte gegen eine Tür und sackte zusammen. Hier war das Ende. Nach Stunden drehte sich ein Schlüssel in der klinkenlosen Tür. Sie öffnete sich einen Spalt. Mit einem festen Griff packte mich jemand an den Schultern und zog mich durch diese Öffnung. Ich schrie los, man müsse uns helfen aber niemand vernahm meine laute. Die Tür fiel langsam wieder ins Schloss und ich war irgendwo von Dunkelheit umgeben.

VOID

Es dauerte eine Weile bis sich meine Augen an die Dunkelheit gewöhnten. Langsam erkannte ich den großen Kronenleuchter an der Decke unseres Schlafzimmers. Obwohl ich nicht allein fühle ich mich verlassen. Die Müdigkeit quält mich zu tiefst und ich kämpfe gegen sie an. Um diesen Albträumen zu entgehen, dürfen sich meine Augen nicht schließen. Aus der von mir geliebten Nacht, in der ich Ruhe und Glück suchte und auch fand ist die Hölle entsprungen. Die Müdigkeit ist nun mein Feind und mit jeder Stunde wird sie mächtiger. Sie kennt kein Erbarmen und zwingt mich ihren Horror jede Nacht zu erleben.  Ohne es zu wollen werde ich jede Nacht ihr Opfer. Grenzenloses Elend, ekelerregendes hervorbringen vom Inneren des Geistes, in der die Seele nur schwarzer Nebel zu sein scheint. Es ist, als wenn nur der Tod mich von diesen Qualen befreien kann, mir jede ersehnte Ruhe wieder gibt, mich von diesen Ketten befreit, die unzerstörbar in meinem Kopf verankert sind.

APNEA

Der Tag neigt sich seinem Ende und die Sonne flüchtet vor meinen Blicken. Erstarrt und ohne Atem schaue ich ihr durch das Fenster hinterher. Tief bohre ich mich in ihren roten Schein und suche dort nach Halt. Tiefer und tiefer neigt sie sich dem Horizont und übergibt mich an die Dunkelheit. Sie lässt mich zurück, drängt mich unaufhörlich in die Nacht, der ich nicht entkommen kann.


Ich bin erschöpft und möchte nicht mehr gehen, den Weg des restlichen Lebens.

Ich möchte schlafen, ewig schlafen.





 
 
 
Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü