Floor - Band THE EYE

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" The Last Key "
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FLOOR

Play Format Gapless

Time 01:12:00

1 WAY TO THE OLD HOUSE

00:08:14

2 ABOUT THE STAIRS TO THE FIRST

00:14:54

3 THE SECOND DOOR

00:04:45

4 DOOR NUMBER THREE

00:08:19

5 DOOR NUMBER FOUR

00:10:09

6 THE FIFTH DOOR

00:03:48

7 DOOR NUMBER SIX

00:06:18

8 DOOR SEVEN UNDER THE ROOF

00:02:45

9 THE LAST KEY

00:12:49

 
 

Lyrics


Es war einer der typischen grauen Tage in dieser Landschaft, weit ab vom pulsierendem Leben. Die wenigen verbliebenen Menschen in ihren stattlichen Anwesen lebten zurückgezogen auf großen Ländereien, von Wäldern, Mooren und endlosen Heideflächen umgeben. Hier war die Zeit stehen geblieben, erstarrt in der Landschaft und den Verbliebenen. Man pflegte keinen Kontakt untereinander, eine eventuelle Begegnung wurde mit kurzem Kopfnicken abgetan. Was die wenigen Menschen hier noch verbannt war ein taubstummer Fahrer eines klapprigen Lieferwagens, der jeden Dienstag von Haus zu Haus fuhr, um Lebensmittel und Post auszuliefern. Die Ware lag in alten Holzstiegen, ein Bändchen an der Seite den Besitzer kennzeichnete. Er stellte sie nur vor die Tür ab, griff nach der leeren Austauschkiste und einem Umschlag, in ihm Geld und die nächste Bestellung sich befand.

An der letzten Lieferstelle enthielt solch Austausch-Stiege zu dem Umschlag auch eine kleine Holzschatulle. Verwundert sah der junge Mann sich um, starrte auf die Eingangstür und den Fenstern des  Hauses, setzte sich auf die breite Steintreppe und öffnete das schmucklose Kästchen.
Ein verrosteter Stahlring hielt große schwere Schlüssel zusammen, am Boden der Schachtel ein vergilbtes Blatt Papier mit einer Bleistiftzeichnung, einer Art Karte. Er erkannte markante Punkte dieser Umgebung wieder. Ein eingezeichneter Kreis markierte seinen jetzigen Standpunkt, das Haus, auf dessen Treppe er gerade saß. Eine etwas dickere Linie zerschnitt die bekannten Wege dieser Landschaft, deren Bewohner er nie zu Gesicht bekam und mündete an einer zweiten Markierung, etwas außerhalb der von ihn schon Jahre befahrenen Wege. Die Zeichnung im Blickfeld folgte er der Spur, der Wald zunehmend immer dichter wurde. Die Umgebung war ihn völlig fremd, immer schmaler der Weg wurde, ein voran kommen mit dem Lieferwagen nicht mehr möglich war. Er griff nach der Zeichnung auf dem Armaturenbrett, nahm die Schlüssel aus dem Kästchen, das auf dem Beifahrersitz lag und ließ den Wagen stehen.

Mit langsamen Schritten folgte er den gezeichneten Weg, das Gras und Gestrüpp wurde mit jedem Meter höher und reichte bis an die Schultern. In der Ferne zeichneten sich Umrisse eines Gemäuer ab, mit jedem Schritt die Konturen deutlicher wurden. Wie versteinert stand er auf einer vom Nebel eingehüllten Lichtung,  die Augen auf einer großen alten Villa gerichtet. Die ewig gefühlte Einsamkeit in seinem Leben wurde hinweggefegt von der völligen Leere dieses verlassenen Ortes. Umgeben von undurchdringlichem Grün starrte er auf die mächtigen  Mauern, die den Krieg gegen die übermächtige Natur schon lange verloren haben zu scheinen. Fest verankert zwischen Holz und Stein winden sich Sträucher und Ranken, klettern an ihnen empor, umspinnen Terrassen und Balkone mit dichtem Blattwerk, nehmen  den Fenstern jedes Licht, lasten auf Balken und Dach.

Langsam setzt er einen Fuß vor den anderen, der Eingangstür entgegen. Die Widerspenstigkeit des an der Tür anhaftendem Bewuchses verletzen seine Hände  und erst der dritte Schlüssel bewegt das Schloss, gibt den Blick ins Innere frei. Ein großer Flur mit einer imposanten Treppe in dessen Mitte, weit der Blick rechts und links von ihr in die Tiefe reicht, ein Staubschleier nichts weiter erkennen lässt. Wie lange mag dieses Gebäude wohl schon leer stehen, fragte er sich und begann sich umzuschauen. Alle Türen hier unten standen offen, es  wohl der Mittelpunkt des Hauses und deren Bewohner war. Das ganze Mobiliar war scheinbar vorhanden, nichts schien wirklich zu fehlen, jeder Platz, ob Boden oder Wand war gefüllt, der Leere entbunden.

Die schweren Hölzer der Treppe schwiegen unter seinen Tritte nach oben, sie windete sich wie eine Schlange an den Mauern entlang, ihr Ende in der oberen Mitte in ein Atrium mündete, überdacht von einer Glaskuppel. Von hier aus gingen zahlreiche Türen ab, im Gegensatz zum Erdgeschoss aber alle verschlossen waren.

Eine Tür nach der anderen öffnete er, nahm Platz auf Stuhl und Bett, verweilte eine Ewigkeit in jeden Raum,  versank im Gedanken nach den ehemaligen Bewohnern und ihr Leben in diesen Wänden. Jedes Zimmer schien ein Leben erzählen zu wollen, hinter jeder Tür eine andere Geschichte nur darauf wartet, erhört zu werden.

Bis tief in die Nacht gab er sich dessen hin, ließ tief vergessen, was ihm zum Außenseiter gemacht,  spürte Freud und Leid, nahm teil am Leben anderer, entzog sie der Vergessenheit, füllte das Haus wieder mit Leben, führte es mit jedem Schlüssel aus der Einsamkeit heraus
.

 
 
 
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