LYRICS - Band THE EYE

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Wie ist jede, aber auch jede Sprache schön, wenn in ihr nicht geschwätzt,
sondern gesagt wird.
Christian Morgenstern



GHOST







Vor 800 Jahren wurde im heutigen Schottland auf einem großen Anwesen ein Junge Namens Maale geboren. Er und seine ältere Schwester wurde die aufopfernde Mutterliebe nur kurz zu teil. Im Vierten Lebensjahr des Jungen verstarb die Mutter an Tubakolose. Der Vater war selten zu Hause und somit kümmerten sich die Angestellten des Schlosses um die Erziehung. Durch den  immensen Reichtum mangelte es nicht an ausgesuchten Personal wie Lehrer, Kutscher, Dienerwirtschaft und Kochpersonal. Nach Jahren der Sorglosigkeit ließen jedoch die Geschäfte des Vaters nach, er blieb immer öfter weg mit längeren Aufenthalten in fernen Ländern. Wochen später verschlechterten war kaum noch Verdienste zu verzeichnen, so das der Vater  einige Angestellte vom Personal fort schicken mußte, sich von einem großen Teil kostbaren Mobiliar des weit über 80 Räumen großen Bauwerks trennte, um Fehlinvestitionen auszugleichen. In über 40 Räumen wurden die Bilder abgehangen, Möbel und Stoffe entfernt. Nichts verblieb in diesen Räumen, ein Teil des Hauses komplett  geräumt. In den nun leer stehenden Südflügel zog es den Jungen immer wieder gerne hin um schnell wie der Blitz durch die Räume und Säle der Etagen zu rennen. Man mußte ihn ständig suchen, den er vergaß hier jegliche Zeit. Der Vater ließ nach mehrmaligen bitten der Angestellten und zur Sicherheit der Kinder sämtliche Zugangstüren und Fenster dieses Komplexes zumauern. Monate gingen ins Land und beim Versteckspielen der Kinder in dem riesigen Garten fand der Junge hinter einer Rosenhecke eine Öffnung unterhalb des Südflügels. Es war eng und verlief schräg nach oben ins Innere. Ein gutes Versteck dachte sich Maale und zwang sich in dieses Loch. Erst nach Minuten voller Anstrengung sah er ein schwachen Lichtschein am Ende des Tunnels. Ein paar Meter vorm Ausgang blieb er mit seinen Kleidern an einem Riegel an der Wand  hängen. Mit aller Kraft zog er sich weiter bis mit einem dumpfen Schlag sich hinter ihm eine Klappe verschloß. Er kroch aus der Öffnung und stand in der ehemaligen Angestelltenküche des Südflügels. Das Sonnenlicht drang durch etlichen Fugen der zugemauerten Fenster. In diesen Zustand fand er auch die oberen Stockwerke und den riesigen Boden vor. Alle Fenster und die Zugänge zum Rest des Schlosses  waren zugemauert. In manchen Räumen konnte er vor Dunkelheit nichts erkennen. Er bekam es mit der Angst zu tun und suchte verzweifelt nach einem Ausgang. Er kroch zurück in das Loch, doch diese Klappe ließ sich nicht öffnen. Sein ganzer Körper fing an vor Angst  zu zittern, er wurde immer nervöser und Tränen zeigten sich auf seinem Gesicht. Mit aller Kraft klopfte er gegen Türen und Mauern, rannte von einem ins andere Stockwerk um irgendwo eines Ausgang zu finden und schrie sich dabei die Seele bis zur Erschöpfung aus dem Leib. Draußen suchten alle Bediensteten bis spät in die Nacht hinein den Garten und den angrenzenden Wald ab. Luise, Schwester von Maale lag weinend in ihrem Bett. Die Mutter tot, der Vater auf Reisen und ihr kleiner Bruder verschwunden. Ein Gefühl des Alleinseins auf dieser Welt machte sich in ihren jungen Körper breit. Am dritten Tag kroch im Südflügel vor Erschöpfung  ein kleiner Junge in das ehemalige Schlafzimmer seiner Mutter und sackte an der Stelle zu Boden, wo früher das Bett stand. Als der Vater heimkehrte und ihm die Tragödie zugetragen wurde brach er zusammen und erkrankte so sehr, das er nach kurzer Zeit verstarb. Er hatte in den Wochen der Abwesenheit ein Vermögen verdient und es nun der Tochter vererbt, die bis zu ihrem Tode mit 82 Jahren in diesem Schloß verbrachte. Sie hatte nie geheiratet und blieb zeitlebens alleine. Oft erinnerte sie sich an die Nacht zurück, an der ihr kleiner Bruder verschwand. In ihren Träumen suchte sie fast jede Nacht bis zum Wahnsinn nach ihm, und das ein Leben lang. Nach ihrem Tode war das Anwesend mehr als 100 Jahre verweist bis ein Lord es kaufte und es wieder komplett zugänglich machen ließ. Bei den Bauarbeiten fand man am Boden des ehemaligen Schlafgemach  die sterblichen Überreste eines zusammenkauerndes Kindes. Der Lord ließ für den Jungen im Park ein schönes Grab herrichten. Eingerahmt von einen kleinen Zaun, in dem ein zarte Tür ohne Schloß eingearbeitet wurde. Nie kommt hier einer vorbei und trotzdem steht das kleine Türchen, wenn das Tageslicht sich dem Ende neigt offen, am Morgen man es wieder verschlossen erblickt. Noch heute hört man zum Sonnenuntergang die Stimmen der Kinder. Luise ruft ihren Bruder Male, der wie ein Blitz durch die Zimmer läuft. Er hinterläßt eine Spur von geschlossenen Türen. In diesen Nächten lassen sich die Türen im ganzen Südflügel nicht öffnen und im Garten hört man ein Mädchen den Namen Male rufen.

 






PERVERSUM










Die Sonne flammte hell durch die gotischen Scheiben. Sanft erklangen die Worte von der Kanzel, ermahnend mit Ausdruck,
aber Liebevoll. In mich gekehrt lauschte ich ihnen und dem Orgelspiel und mein Blick glitt am schweren Gemäuer des
gigantischen Baus in Richtung Himmel als Mitglieder der Gemeinde sich von ihren Bänken erhoben und mit ihren Fingern in
Richtung der schweren Eingangstür zeigten. Mit erschrockenem Ausdruck und verzerrten Gesicht traten sie in den Mittelgang
und bildeten einen schmalen Pfad bis vor zum Altar. Ich wendete mich langsam um und im gleißenden Licht der Sonnenstrahlen
schritt ein unscheinbarer Mann sich schleppend durch die stehende Gemeinde. Beschmutzt und mit Blut durchtränkt hingen die
Kleider an der Erscheinung, in seinem fahlen ausdruckslosen Gesicht formten seine blauen Lippen leise bettelnde Wörter die
keiner verstand. Der Pfarrer eilig von der Kanzel dem Fremden entgegen laufend streckte ihm seine Hände entgegen.

Sie erreichten den Fremden nicht. Jegliche Hilfe ablehnend ließ er sich auf die Knie fallen und kroch auf allen Vieren in
Richtung Altar. In der Situation kam es mir vor, als begleite die Sonne den Fremden am Boden und die Gläubigen säumten ihn
den Weg.Hunderte von Augen starrten auf dieses kriechenden Elend aus Dreck und anhaftenden Lebenselixier.
Der Pfarrer ließ den Mann an seinem Rock vorüber krauchen und erhob leicht seine Arme, um die Gemeinde zum verharren
zu bringen. Mit aller Kraft ringte der Mann am Altar um an Höhe zu gewinnen. Er zog sich mit seinen Blutverschmierten Händen
an dem schweren Tuch empor,seine Beine zitterten und es schien mir, als wollten sie ihn nicht mehr tragen. Aufrecht klammernd
am Altartuch starrten seine leeren Augen in das Kreuz des Allmächtigen. Kein Laut entwich den hunderten Mündern in der Ewigkeit
von Minuten.

Mit den Handflächen stützend auf den Altar drehte sich der Fremde langsam zu uns um, seine Augen waren
Blutunterlaufen und er öffnete langsam seinen Mund, sein Gesicht trug Narben, die auf seiner Haut spannten. Die Mitglieder starrten
fassungslos auf diese Gestalt und den sich öffnenden Mund. „Mich werdet Ihr nie verstehen, weil ich Euch nicht verstehe“,
so die ersten Worte die wir leise vernahmen. Sein Atem war schwer und er rang nach Luft. „Ihr Heuchler vor den Herren,
Ihr armseligen Geschöpfe, Ihr dummen Sklaven Eures Lebens“ sagte er mit einem haßerfüllten Gesichtsausdruck.
„Wie bitte könnt Ihr Glauben das Recht zu haben, mich für meine Taten strafen zu können“? Der Pfarrer setzte langsam einen Fuß
vor den anderen in Richtung Altar. Mit den Worten: „Gott straft keinen“, unterbrach er den Fremden. In diesen Augenblick schritt der
Fremde mit äußerst bösen Blick ohne Anstrengung vom Altar auf den Pfarrer zu. Die Gemeinde wirkte verstört und
wich rückwärts zurück. „Deinen Sohn, den Du Deiner Gemeinde vorenthalten hast, habe ich meine ganze Aufmerksamkeit gegeben,
geholt Nachts von Deiner hier totgeschwiegenen Launenhure“.

Seine Mundwinkel brachten ein widerliches Lächeln zum Ausdruck und ich erwischte mich bei den
menschlichen Verlangen, dieser Eskalation näher beiwohnen zu können. „Ich holte mir diesen Deinen Knaben als Sinnbild
meiner Begierde, mit Deinem Bild der Göttlichkeit nichts gleich. Allein sollte er mir sein, eine wahre Erscheinung ohne Jahrhundert
werdende Illusionen, den ewigen Wörtern, nur getragen von Deiner Einer und Deinem Gefolge. Mit seinen jungen Jahren,
glich er meiner Jugend von damals, nicht meinen blau geschundenen Körper, und das mit Euer göttlichen Duldung,
mein Neid nach seiner zarten Schönheit, die Du mir immer gepriesen, wenn Deine Hände mich berührten.
Verzehrend nach seiner Unschuld, die Du mir nahmst“.
Gesten von Haß und Mitleid sah ich um mich herum, mit gefalteten Händen des Pfarrers Stimme erklang:
„Hör auf mein Sohn, hör auf“. Ganz dicht und mit kalten Augen stand der schwer atmende nun vor den Geistlichen,
für mich war das die Erscheinung des Teufels. „Hör zu Alter, ich nahm ihn und sah Dich, ich spürte seine Schmerzen,
das zerreißen seiner Seele auch in mir, seine Zähne bohrtensich in meine Hand, die Narben davon trägst auch Du,
er flehte unter unglaublicher Qual und seine Lippen forderten eine Antwort, warum tust Du es gleich wie mein Vater?
„Am höchsten Punkt meiner innigen Liebe zu Deinem Sohn, entzog ich seinen Körper die Jugend, stillte mein verlangen nach
Macht und Gier, Schönheit und Unschuld trieb ich aus seinen Körper.“ Das dreckige Gestalt des Teufels neigte sein Gesicht
leicht zur Seite und näherte sich auf Zentimetern den Ohren des Pfarrers.

„Hör zu alter Mann, Mitleid zeigtest Du bei mir nicht,
Du kamst immer wieder und wieder. Dein Sohn verschmolz zwischen den ersten Gefühlen der Lust und des Schmerzes,
als sein Körper reagierte, nahm ich sein Leben, nun nimm Du meines“! Er öffnete den Mantel, getränkt vom Blut des Pfarrers Sohn
und reichte ihn ein Messer. Ein grauenerregender Anblick durchzog die Kirche, kein Wort unterbrach diese Aufforderung nach Rache
und persönlicher Befreiung ,ewig erschien mir die Zeit des Schweigens. Der Satan griff nach der Hand des Pfarrers und drückte ihn das
Messer in die Handfläche. Mit dem Blick vom Pfarrer abwendend drehte er sich zu uns und ließ uns wissen:
„Was ist Ihr dummen Puppen eines Theaters, seit Ihr nur ein billiges Gefolge von Ansammlungen, eine Hand voll Würmer in meiner Hand?
Soll ich Eure Kinder auch befreien von den Blicken Eurer Männer, soll ich Ihnen Ihr Leben nehmen, damit in der kaputten Gesellschaft
es nicht die Mütter machen müssen? Soll ich Euer Gott für Eure Brut sein? Ihr seid wie ich, Ihr seht mich nicht, ich bin überall, ich bin
euer Leben ich bin die Schönheit, ich bin in Euch, ich lebe“.

„Mach die Augen zu und erkenne mich. Ich bringe Terror und bombe Euch von dieser Welt, ich peinige und quäle, ich entführe und
vergewaltigte, ich bin die Macht, die Du mit Deiner Stimme wählst, ich bin Dein Vater und Mutter, ich bin der Teufel“.
„Komm zu mir, komm, Vertraue nie einen anderen, vertraue nur Du Dir selbst. Ich bin Du, schau in den Spiegel, ich bin Du, ich bin die
Zärtlichkeit, ich bin die Liebe, ich bin Dein Leben, vertrau mir, vertrau mir, ich bin Dein Freund. Ich bin Du, ich glaube Dir, ich bin Dein
Freund, ich halte Dich fern von jeglicher Heuchelei, vertrau mir, ich bin Du, ich bin in Deinem Leben, vertrau mir. Wenn Du Angst hast,
ich nehme sie Dir, vertrau mir, ich bin Du, hast Du Schmerzen, ich zeige Dir wie man sie liebt, vertrau mir, vertrau mir, ich bin Dein Freund,
ich bins, ich bin Du, komm zu mir, vertrau mir, komm zu mir..................................
Diese Worte waren wie Magie, der Irre zog mich in seinen Bann, es bedürfte einige Sekunden, um wieder klar zu denken. Stille herrschte
im Gotteshaus bis der Pfarrer langsam zu Boden ging, sich warmes Blut unter ihm in den Fugen des kalten Gesteins ein Rinnsal schuf.
„Wie Ihr Eure Kinder liebt, so liebe ich auch meine, ich bin Euer Dreck, der Abschaum alles Lebens , ein kaltes Individuum ohne Spur
von Liebe, aber Ihr irrt. Ich bin Euer Spiegelbild, meine Brut liebe ich, um mich wächst und gedeiht sie, auch unter Deinem Dach kann sie
reifen, wie ein Parasit, mit Deiner Hilfe, tausende Mütter und Väter wird sie enttäuschen, meine Brut. Wie Ihr will ich nicht Glauben,
an das Böse in meinem Kind, Ihr seht es nicht, Ihr fühlt es nicht. Jeden Tag werde ich neu geboren, geboren in EUER Leben.“

„Eure Blindheit ist meine Stärke, ich bin nur ein Gewissen, nicht erkennbar für Dich. Leidenschaftlich wirst Du mich lieben, sorglos
vertraust Du mir Deine Wünsche an, steigst in meinem Bus und lächelst mir zu, bringst zur Obhut Deine Kinder mir, teilst mir Dein Kummer
in einer Sitzung mit, zeigst mir Deine Wunden worauf ich Dir helfe. Ich bin überall, wie blind und hilflos Du doch bist, Ihr seid blind,
Ihr seht nur das, was das Licht Euch erhellt, Du siehst mich nicht, ich werde NICHT geboren, ich bin immer da, ich bin immer bei Euch,
nichts kann mich davon abbringen, nichts, höre, lerne mit mir umzugehen, ich gehöre zu Dir, ich bin Dein Gewissen, ich bin Dein Inneres“.

„Für mich wird das Leben nie enden, ich warte auf Dich, ich kenne keine Grenzen, für mich gibt es keine Moral, ob Mann, Frau oder Kind,
ich bin kein Tier, denn meines gleichen könnte ich nicht quälen,ich werde nie vergehen, aber ich mich an Dich, töte mich, aber ich werde
nicht gehen, für mich gibt es keine Zeit“.
„Du fuhrst mit Deinem Auto durch die Stadt, Deinem Kind begegnend und erkanntest mich nicht, mich in meinem Wirt, das Glück stand Dir
ins Gesicht geschrieben, der Stolz eines Vaters. Glücklich seid Ihr als Eltern, glücklich und Stolz auf Eure Kinder, und seht mich nicht,
mich nicht in ihren Körpern, ich gehöre zu Euch, ich bin das Leben. Ich muß jetzt weiterziehen, es wartet ein Krieg auf mich.
Und über Dir, eines meiner Opfer........hilf, hilf, hilf ............... „Kann es sein, das ich gerade Deine Liebe bin“?

 









TIBET













Über den Dächern des Potala Palace erwachte die Sonne, zart ihre aufgehenden Strahlen, Lhasa, der Götterort erwacht ruhig unter
ihren Schein. Durch seidige Fenster dringt das Licht tief in ein Zimmer. Auf einen Tischen eine kleine Tasse Tee, sein heißer Dampf
bezaubernden Duft verströmt. Fremdartige Stimmen lassen mein Augenlicht erwachen, verlockend der heißen Köstlichkeit genießen.
Kein Zwang dieser Morgen inne hat, mich Neugier treibt, diesen Ort zu erkunden. Schützend von Bergen umgeben, von einem tiefen
Himmelsdach gedeckt, das Licht des Lebens dieses Land Wärme schenkt. Jeden noch so zarten Luftzug ich auf der Haut bemerk,
Bewegungen jedes einzelnen Haar ich spüre, von welch Feinfühligkeit ich hier belohnt. Erfreut den zarten Vogelstimmen zu lauschen,
meine Füße leicht einen fremden Weg beschreiten, vorbei an der erhabenen Schönheit dieses Ortes. Stimmen der Lüfte vermischen
sich mit ungehörten Klängen, gespielt von sanft anmutenden Menschen, die meinen Weg kreuzen. Richtung Süden soll mein Weg
mich führen,  durch Siedlungen und kleinen Dörfern, vorbei an kristallklaren Bächen, umsäumt von Natur schönsten Gaben.
Ein kleiner Mann verweilt auf meinem Pfad, sein Blick von Weisheit zeugend, grüßt er mit leichtem Kopfnicken,  bittet mit weicher
Gestik seiner Hände, Teil seiner Rast zu werden. Schweigsam und voller Ehrfurcht gleitet sein Blick ins Tal, aus rotem Tuch
entnommen reicht er mir Brot, erstickt mit leichter Berührung seiner Finger auf mein Handrücken, das in mir aufkommende
Dankesbegehren. Er kennt meinen Weg, den, den ich noch nicht gegangen. Seine Worte sind gelehrt und Weise, seine Natur von
unglaublicher Ruhe. Verschwenden solltet ihr nicht euer Leben an der Gier, im Einklang vom Dasein und Natur blüht die Blume des
Lebens. Dein Weg, rein soll er sein, weise und gerecht. Kräftezehrend wird der Aufstieg zu den Bergen des Himalaja, belohnt schon
du wurdest, an den Toren zu Tibet. Langsam erhob er sich, mein Ziel mir weisend, um seinen Weg zu gehen. Seinen Wort folgend
trugen mich meine Füße tief ins Gebirge, auf diesen Wege ließ ich viel zurück, ließ es verloren gehen, die Angst, mein Ziel nicht zu
erreichen, die Zeit, die mir mein Leben diktiert, die umgebene Heuchelei, der ewige Kleinkrieg um unser Wesen, die Falschheit und
der Hass, das materielle Ringen um Macht, die Untreue und die unehrlich gepriesene Liebe. Erleichtert von diesen Verlust an
menschlichen Makel, spürte ich weder Anstrengung und zunehmende Kälte, noch die immer dünner werdende Luft. Meinen Kopf
erhebend erblicke ich Kailash den heiligen Berg, er sei der Nabel der Welt, ihm übergebe man seine Leiden. Der Weg verläuft in
eine kleine Senke mit kleinen Gelassen einer Siedlung. Erschöpft lass ich mich auf einen großen Stein nieder. Klares Wasser und
eine Mahlzeit wird mir zuteil, gereicht von Buddhisten. Sie berichten über den heiligen Ort, den Ort meines Begehrens, ablegen soll
ich den Rest meiner Vergangenheit, rein und offen für den dortigen Glauben sein. Gehe diesen Weg, er ist der Weg in dein Inneres,
der Weg ins wahre Leben. Führen wird er dich zu einen sehr alten Kloster, man erwartet dich. In der Mitte des Klosters, auf dem
heiligen Platz steht ein sehr alter Baum. Dort findest du Tuch für die Nacht, die du unter ihm verbringst. Erwachen tu in der Frühe,
erhebe dich dann und kehre Kloster und Baum den Rücken, um zu gehen zur kleinen Mauer, hinter der das Himmelszelt im feuerroten
Schein erwacht. Blicke weit, blicke tief, Tibet liegt dir zu Füßen, dieses Land deiner Sehnsucht, Land deiner ersehnten Ruhe.
Den Lohn deiner Mühe sollen dir deine Augen zeigen, am Horizont die Sonne das Tal zum Leben erweckt. Setzt dich nieder im Bruch
der Mauer, drehe deine Handflächen den Himmel entgegen,  die aufgehende Sonne wird deine Augen schließen, dir einen wärmenden
Mantel reichen, um in dich zu kehren. Befreit und wie ein Vogel vom Wind getragen erblicke Dein, dich als kleines Geschöpf an der
höchsten Erhebung dieser Erde. Fliege dem Sonnenlicht entgegen, hinab ins Tal deine Träume,  kreise hinauf ohne Mühe in den
Schwingen, steige höher und höher bis unters Himmelsdach, das Gebirge dir zu Füßen liegt. Steht die Sonne im Zenit, erwache mein
Freund aus diesen Traum und nimm diese Gut auf deinen Rückweg mit, verrichte weise Taten ohne Drängen, und Gewalt,
helfe dein Nächsten ohne Forderung zu erheben.
Dieser Weg wird dein schwerster sein.

 






DEMON CRY









DEMON CRY
Der Tag geht zu Ende, die Sonne flüchtet vor meinen Blicken. Erstarrt und ohne Atem schaue ich ihren Untergang hinterher. Tief bohre ich mich in ihren roten Schein und suche dort nach Halt. Minute für Minute neigt sie sich dem Horizont und übergibt mich an die Dunkelheit. Sie lässt mich zurück, drängt mich unaufhörlich in die Nacht, der ich nicht entkommen kann.


VENLAFAXIN
Sie ist klein und unscheinbar. Nie würde sie es schaffen, sich gegen mich zu behaupten. Ihr Körper ist nur eine gläserne Hülle um ihren Inhalt zu wahren. Ich gab mich ihr hin, je-den Abend. Sie brachte mir die Nacht wieder, die ich nicht mehr hatte. Auch ihre größere Schwester lernte ich kennen. Mit ihr verschmolz ich zu einer Masse aus unzerstörbarer Kraft und Energie. Ich trotzte allen Widrigkeiten am Tage und ließ mich von ihr in der Nacht verführen. Nie wollte ich sie mehr loslassen, mit niemandem teilen, sie war die Lust, mein Lebenspool, der mich verlassen. Was ich nun noch vermisste, sollte mir die Älteste von ihnen geben. Ein perfektes Glied in der Kette des Lebens. Die Nächte wurden länger und ich mutierte in meinen Träumen zur Göttlichkeit. Ich hasste den Tag und suchte die Dunkelheit. Die Sucht meine Augen zu schließen wurde zum Inhalt meines Wesens. Ich hatte ein zweites Ich, fand mich in der Vergangenheit wieder, durchlebte die schönsten Momente noch einmal, unermesslich war der Reichtum an Liebe und Glück. Ich stand über allem bis zu jener Nacht, an der ich nackt auf einer Straße erwachte.


WOLF
Es war kalt und das moderige Laub unter mir war feucht vom Nebel. Das schale Licht der Laternen brachte das nasse Pflaster zum glänzen. Kein Fenster in den Häusern brachte einen Schein nach draußen. Es war toten still und ich versuchte einen Gedanken zu fassen, wo ich bin. Alles war fremd, wo auch immer meine Augen hinsahen. Ein dumpfes schleifendes Geräusch näherte sich aus einer kleinen Gasse hinter mir. Sie war in Dunkelheit gehüllt. Nur die Laterne über mir leuchtete ein paar Meter aus. Ich wich krauchend nach hinten, tiefer in das Laub und spürte innerlich die aufkommende Angst. Mein Leib fing an zu zittern und mein Blick in die dunkle Gasse erstarrte. Was mich dort aus blutigen Augen ansah war eine unbeschreibliche Kreatur. Es röchelte und humpelte immer näher auf mich zu. Mit meinen nackten Füssen stieß ich an einen Baum hinter mir. Wie eine Mauer versperrte er mir den Weg nach hinten. Eines der Hinterbeine zog das Geschöpf  hinterher. An ihm war eine Kette, die sich tief in das Fleisch gefressen hat. Das schleifende Geräusch stammt von einem herausgerissenem Holzpfahl, der an dem faulendem Fuß gekettet war und von der durchnässten Kreatur hinterher gezogen wurde. Verfilztes schmieriges Fell  bedeckten dieses Etwas. Wenige Meter trennten uns von einander und ich erkannte einen räudigen Hund, von offenen Wunden der Körper gezeichnet, zerfetzten Ohren und zerschlagener Schnauzte, die sich mit jedem Schritt näher langsam öffnete. Es zog die Lefzen immer höher und gab ein widerliche knurrendes Röcheln von sich. Das Blut in seinem Rachen gurgelte bei atmen und verlor sich auf dem nassen Pflaster. Mein Atem stand still. Ich versuchte aufzustehen was mir aber nicht gelang. Warum war ich nur so völlig entkräftet, von allen Muskeln körperlich beraubt? Gott, nimm mein Leben sofort, wenn das der Weg in die Ewigkeit sein soll. Ich schloss die Augen und meine Hände gruben sich in die schmierige Erde. Mit aller Kraft stemmte ich meinen Oberkörper nach oben, die Elenbogen zitterten und ein stechender Schmerz durchzog meinen Körper. Sekunden verweilte ich in dieser Haltung bis ein verwesend fauliger Geruch meine Sinne traf. Ich öffnete langsam die Augen, die in einem Maul blickten mit gespaltener Zunge. Dieser Kreatur fehlten fast alle Zähne und der Tod hat sich hier als fleischige stinkende Masse eingenistet. Langsam neigte sich der Kopf des wankenden Lebens und schaute mir mit den toten Augen tief in die Seele. Ich bekam keine Luft mehr, mein Herz spürte ich bis in die Fingerspitzen, aus der Kälte wurde feuerrote Glut. Ich schrie aus Leibes Kräften und dieses scheußliche Wesen biss tief in meinen Arm. "Wach auf, komm zu Dir". Eine Hand schüttelte meinen Arm. Ich war Schweiß gebadet und zitterte am ganzen Körper. Ich sah sie immer noch vor mir, diese monströse Götze aus Leben und Tod, die mir die Nacht genommen. In den Nächten danach gelang mir die Flucht vor seines Gleichen. In Horden kamen sie wieder und wieder, krochen aus altem Abriss und Gassen, hetzten mich durch leere Straßen und dunkle Wälder. Ihre Witterung spürte ich mit allen Sinnen. Sie waren überall und ließen nicht von mir ab.


TORTURE
Erst in einer Irrenanstalt sollte ich vor ihnen meine Ruhe haben, kauernd auf dreckigen Fliesen unter einem Fenster, in der die Sonne nur einen kleinen Lichtfleck am Boden hinterließ. Wenn ich nicht eingeschlossen, sie waren es bestimmt. Hinter Gittern, aufgeteilt in kleinsten Zellen sah’s des Menschen verstoßene Brut aus Elend und Leid. Aus der Ecke heraus, in der ich hockte schien das Ende des Flures nicht ersichtlich. Einige von ihnen dämmerten vor sich hin, manche schoben ihren Arm durch die Gitterstangen und schienen mit ihren knochigen Fingern nach mir zu greifen. Mit zerfetzen Kleidern krochen einige immer im Kreis. Der Anblick war entsetzlich. Ein Mädchen fing an zu schreien und rannte gegen das Eisengitter. Sie griff mit ihren Händen nach zwei rostigen Stangen und schlug unaufhörlich mit ihren Kopf auf das Gitter ein. Beim dem dritten Schlag spritze ihr Blut auf Boden und Wand. Nach und nach begannen auch die anderen sich auf diese Art übelste Wunden beizubringen. Das Blut auf den weißen Fliesen verfärbte sich schwarz und kroch in den Fugen den Flur hinunter zu einem Abfluss, der die Menge nicht mehr aufnehmen konnte. Ich schob mich mit dem Rücken an der Wand nach oben und erblickte meine schwarz beschmierte Kleidung. Auch meine Hände waren mit vertrocknetem schwarzem Blut befleckt. Mit jedem Schritt hinterließen meine nackten Füße einen dunkel glänzenden Abdruck auf den hellen Boden. Ich wollte hier nur raus und schlich mich den Flur hinunter.


BLACK BLOOD
Als ich an den verstopften Abfluss kam bemerkte ich einen fast blinden Spiegel darüber und sah hinein. Was ich dort erblickte konnte kein Leben sein. Mit zerschlagenden Kopf, Handlangen Wunden, die sich Zentimeter tief in das Innere bohrten, müsste ich tot sein. Mit den Händen fühlte ich das klaffende Fleisch, gesäumt von schwarz verkrusteten Blut. Ich drehte mich den Gittern zu. In dieser Irrenanstalt war Ruhe eingetreten und alle starrten mich an. Diese unzähligen toten Augen, so leer und kalt, es schienen, als würden sie auf etwas warten. Ich musste weg, weg von diesen Anblicken, die mich zu tiefst schmerzten. In Panik lief ich los. Ich rannte eine Ewigkeit an unzähligen Zellen vorbei, endlos schien dieser Gang. Ich blickte beim Laufen nur nach vorn und trotzdem sah ich das Elend hinter den tausenden rostigen Stählen. Ich rannte gegen eine Tür und sackte zusammen. Hier war das Ende. Nach Stunden drehte sich ein Schlüssel in der klinkenlosen Tür. Sie öffnete sich einen Spalt. Mit einem festen Griff packte mich jemand an den Schultern und zog mich durch diese Öffnung. Ich schrie los, man müsse uns helfen aber niemand vernahm meine laute. Die Tür fiel langsam wieder ins Schloss und ich war irgendwo von Dunkelheit umgeben.


VOID
Es dauerte eine Weile bis sich meine Augen an die Dunkelheit gewöhnten. Langsam erkannte ich den großen Kronenleuchter an der Decke unseres Schlafzimmers. Obwohl ich nicht allein fühle ich mich verlassen. Die Müdigkeit quält mich zu tiefst und ich kämpfe gegen sie an. Um diesen Albträumen zu entgehen, dürfen sich meine Augen nicht schließen. Aus der von mir geliebten Nacht, in der ich Ruhe und Glück suchte und auch fand ist die Hölle entsprungen. Die Müdigkeit ist nun mein Feind und mit jeder Stunde wird sie mächtiger. Sie kennt kein Erbarmen und zwingt mich ihren Horror jede Nacht zu erleben.  Ohne es zu wollen werde ich jede Nacht ihr Opfer. Grenzenloses Elend, ekelerregendes hervorbringen vom Inneren des Geistes, in der die Seele nur schwarzer Nebel zu sein scheint. Es ist, als wenn nur der Tod mich von diesen Qualen befreien kann, mir jede ersehnte Ruhe wieder gibt, mich von diesen Ketten befreit, die unzerstörbar in meinem Kopf verankert sind.


APNEA
Der Tag neigt sich seinem Ende und die Sonne flüchtet vor meinen Blicken. Erstarrt und ohne Atem schaue ich ihr durch das Fenster hinterher. Tief bohre ich mich in ihren roten Schein und suche dort nach Halt. Tiefer und tiefer neigt sie sich dem Horizont und übergibt mich an die Dunkelheit. Sie lässt mich zurück, drängt mich unaufhörlich in die Nacht, der ich nicht entkommen kann.
Ich bin erschöpft und möchte nicht mehr gehen, den Weg des restlichen Lebens.
Ich möchte schlafen, ewig schlafen.

 











NURES













Wie jeden Tag lief er von der Schule schnell nach Hause. Auf ihn wartete ein Flugzeugmodell, was er sich von seinem Taschengeld
zusammen gespart hatte. Mit größter Sorgfalt klebte er die einzelnen Teile aufeinander, bestrich sie mit Farbe und stellte sie dann
ins Regal oder hängte sie mit einem Bindfaden an die Decke seines Zimmers. Im laufe der Zeit kamen so viele Flugzeuge
zusammen. Er träumte oft davon, später mal ein Flugzeugkapitän zu werden, mit diesen Maschinen von einem ins andere Land zu
fliegen. Er lass viele Zeitungen und Bücher über Luftfahrt. Sein Interesse galt neuen Flugzeugtypen aus allen Ländern und ob es die
auch als Modell für sein Zimmer gab. Eines Tages stolperte er über eine futuristische Zeichnung in einem Buch. Die Zeilen
beschrieben ein Raumschiff und er lass, wie weit man mit solch einem Objekt fliegen kann. Man kann mit diesem Schiff bis ins All
fliegen. Der Gedanke ließ ihn nicht mehr los und er wollte unbedingt solch ein Modell sein Eigen nennen.Er fragte in jeden
Modellbauladen den er in der Stadt kannte nach solch Raumschiff oder Raketen. Die Verkäufer konnten seinen Wunsch nicht erfüllen.
Nach wochenlanger Suche gab er auf und überlegte sich selbst ein Raumschiff aus Pappe und kleinen Holzteilchen zu bauen.
Er setzte sich an seinen Tisch und zeichnete seine Vorstellung auf ein Blatt Papier. Als kleine Vorlage nutzte er den gelesenen
Artikel und aus diversen Magazinen, die über UFOs  berichteten und kleine Abbildungen zeigten. Eines Abends war es dann so weit.
Er lag in seinem Bett und der Mond leuchtete in dieser kalten Winternacht hell ins Zimmer. Seine Augen starrten stolz auf das fertige
Raumschiff. Er hatte es zum trocknen auf ein Stück Pappe gestellt und ins Regal geschoben. Die silberne Farbe glänzte im Mondschein.
Sein Traum war erfüllt. Nur ein Name hatte er noch nicht gefunden. Die Flugzeugmodelle hatten alle Typenbezeichnungen,
für sein Raumschiff jedoch konnte er sich selbst etwas ausdenken. Das grübeln darüber liess in schnell einschlafen und in einen tiefen
Traum gleiten. Vor seinen Augen tat sich ein gigantisch grosses Raumschiff auf, er betritt unzählige Räume und Hallen.
Überall leuchteten kleine Lämpchen, tausende von Schaltern und Knöpfen an den Wänden und auf  riesen Konsolen,
fremdartige Stimmen er hörte, er aber niemanden sah. In den Stimmen erklang oft sein Name, den Rest der Worte er aber nicht verstand.
Es klang nicht nach einer menschlichen Sprache. Der Junge hatte noch kein Fremdsprachenunterricht in der Schule, wußte aber wie sich
Englisch, Russisch oder Französisch anhört. Auf riesigen Flächen zeichneten sich Bilder zu den Worten ab. Auf manchen waren Menschen
zu sehen, er aber das gezeigte nicht zuordnen konnte. Sein Puls raste vor Aufregung, wechselten doch die Bilder sehr schnell,
zeigten Gutes und Böses, Krieg und Frieden, weinen und Lachen. Durch einen großen langen Gang kam er zu einer riesigen Kuppel,
in der Mitte sich frei eine Kugel drehte. Er blickte nach oben und sah das Universum in all seiner Pracht um sich drehen.
Hier muss Gottes Heimat sein. Wieder vernahm er Stimmen, die immer lauter wurden. Er soll aufwachen erklang es aus weiter Ferne.
Die schwebende Kugel wurde immer heller. Wiederholt hörte er nun deutlich das Wort Aufwachen und er spürte, wie jemand in berührt.
Es war seine Mutter. Sie war schon mehrmals in seinem Zimmer gewesen, meinte sie. Es brauchte eine Weile,
eh die Realität den Jungen einholte und er versuchte vergeblich sich an den Traum zu erinnern. Das einzige was ihn in den Sinn kam war
ein Wort, Nures. Dieses Wort begleitete den Jungen den ganzen Tag und als er von der Schule kam nahm er sich
einen kleinen Pinsel und schrieb dieses unbekannte Wort als Name auf sein Raumschiffmodel.  


und "LO" sprach:

Wenn Euer Schlaf zum Geschehen des Tages wird, und aus Nebensächlichkeiten ein ganzes Leben entsteht, ist das Euer Leben. Wenn  im Sonnenschein Ihr Unbehagen und Schrecksekunden erlebt und in der Dunkelheit Euch die Angst zum Wahnsinn treibt, ist das Euer Leben.
Wenn die tägliche Suche nach Liebe und Geborgenheit das ersehnte Glück Euch nur in der Nacht umgibt, ist das Euer Leben. Wenn Versager aus dem Tageslicht im Mondschein zu Königen werden und vor Hochmut glänzen, jedoch am Morgen erschöpft kläglich atmen,
ist das Euer Leben. Wenn Euer Gebet nicht erhört, Euer Glaube am blauen Himmel nicht erscheint und Ihr am Abend die gesprochenen Worte des Tages wiederholt, ist das Euer Leben.

Wir müssen uns nichts schönes Erträumen um unseren Alltag zu vergessen, unsere Augen sind immer offen, Ihr seit Lehrmittel für uns.
Wir zeigen Euer Leben unseren Kindern, damit ihr Lächeln nie versiegt.

Wir wissen das Ihr Eure Träume weder lenken, noch in der Handlung beeinflussen könnt.
Wir wissen das sie zeitlos sind und Ihr ihnen hilflos ausgesetzt seit.
Wir wissen das sie erfüllt von Haß, Angst, Glück und Wunsch sind.
Wir wissen das Ihr nicht in der Lage seit, die Visionen in ihnen zu deuten und danach zu handeln.

Wir wussten was wir taten, als wir Euch erschufen.

Ihr als Mahnung an unser Volk.

 





COCOON







Ein einsamer Baum, irgendwo am Feldesrand, knochig und alt stand er da, um ausgewählt zu werden, im Schutze seines eigenen Daseins ein Leben heranreifen zu lassen. In einer dunkelnden Nacht näherte sich im vorsichtigem Flug ein Individuum.  Im Schein des Mondes umkreiste es eine Ewigkeit das alte Holz. An einem Ast lies es sich nieder, um hier loszuwerden, die mitgebrachte Last. Der Überbringer krallte sich fest in die Rinde des alten Baums, ständig auf der Hut nach Feinden, die nach sein Leben trachteten. Der kleine Körper spannte sich an und mühte sich, sein Werk zu vollrichten, eine Kapsel aus unendlich langem Faden zu spinnen. Aufgezwungen von höherer Kraft, die in seinem Inneren herrschte war nach Stunden das Gebilde erbaut und sollte nun die innerliche Last empfangen. Dem Tode nah erfüllte das Wesen seine Pflicht und brachte aus ihrem Körper eine Frucht hervor und lies sie sanft ins Gespinst gleiten. Es wandte sich um und schaute ins Innere. Der Atem sank tief in die Hülle, an dessen Boden sich etwas befand, was es nicht kannte. Es wusste nur, es muss es beschützen. Mit weiterem Faden aus dem Körper schloss es das im Mondschein weiß leuchtende Gespinst und erhob sich in die dunkle Nacht. Es umkreiste abermals diesen unbekannte Ort. Der Atem wurde mit jedem Flügelschlag schwerer und die Erde schien nach ihm zu greifen. Nach sinnlosen Kampf gegen die unbekannte Macht gab das Wesen auf und stürzte zu Boden. Der kleine Körper zuckte und wann sich um sich selbst, der Tod aber keine Gnade kannte. Die Natur fällte ihr hartes Urteil, mit des Wesens Tod ein neues zu erschaffen. Die Natur ist die wahre Freiheit und braucht keinen Gott, keinen trügerischen Glauben, jener Glaube, der Befiehlt, der spaltet und kriegt. Möchte sein wie das werdende Leben in diesem Cocoon, am Baum werde ich reifen, beschützt nur von der wahren Mutter aller Mütter, der Natur. Nur sie vermag ein Leben zu gebären ohne falsche Illusionen. Wenn meine Hülle bricht falle ich auf ihr herab und finde wahren Halt. Ich muss sie nicht erst kennen lernen, bei ihrer Geburt ich schon ein Teil von ihr war. Fallen möchte ich, in ein neues Leben, leben in ihrem Sinn. Leben, ein zweites Leben, zum Wandel werden der Natur, keinerleih Gedanken in mir zu haben, frei von allen Emotionen, womit der Mensch bestraft, der kleine Garten um diesen Baum mein Universum wird. Leben.  

 







MAJAK








An diesen Februar Tag drängen die ersten Sonnenstrahlen den Schnee zurück.
Man vernimmt schon die ersten Heimkehrer der Lüfte.
Ihr Gesang erfüllt unser Herz mit kleinen Erwartungen
an die nun kommende schöne Zeit.
Tief im Traum wird Dein Blick jedoch vergrauen.
Eine trügerische Atmosphäre aus Richtung Osten Deine Gedanken durchkreuzt.

Keiner wird Dir den Weg weisen, kein Hinweisschild wird Dir helfen.
Durchbreche die gigantische Einzäunung die Dein Weg durchkreuzt.
Fahre durch Städte mit Namen, die Du nirgends lesen kannst.
Ewiges Schweigen und mißtrauische Blicke werden Dir zu teil.
Fahre zu einem See, der in keiner Karte verzeichnet.
Fahre nach Majak, von Menschenhand erbaut, um zu töten.
Höre zu, wenn der Tod seine Stimme erhebt,
lang ist es doch schon her, aber sie nicht schweigen will.

 






PRYPJAT










Du warst gerade Online, als es an der Tür hämmerte. Genervt öffnest Du diese und mehrere Männer standen im Flur. Einer von denen packte Dich an der Schulter und zog Dich hinaus: „Sie müssen mitkommen und bitte keine Fragen stellen.“ Zwei der schwarz gekleideten gingen einfach in Deine Wohnung. „Was soll der Scheiß“ fragst Du nach, worauf der Griff an der Schulter sich verstärkte und der Kerl Dich zur Treppe schob. Im Flur nach unten überall das selbe Bild, wie eine wilde Horde wurden die Bewohner aus ihren Wohnungen geholt. Hunderte von Gedanken schossen Dir durch den Kopf, brennt es, mein PC ist noch an, die Pizza im Herd und wie soll ich ohne Schlüssel wieder in meine Wohnung kommen. Auf der Straße bot sich Dir ein chaotisches Szenario. Hunderte von diesen Kerlen schwer bewaffnet und unzählige Fahrzeuge von denen, umringten eine Flotte Busse, in dem alle einsteigen mussten.

Nichts von dem was Du Dir erschaffen hast, wirst Du je wiedersehen.
Nichts was für Dich von persönlichen Wert ist, wird Dir je einer wiedergeben.
Nichts von Deiner neuen Umgebung wird je das vertraute Bild Deiner Stadt widerspiegeln können.
Keiner wird Dir erklären, warum Du Dich so oft übergeben tust.
Keiner wird Dir die immer öfter auftretenden Schmerzen abnehmen.
Keiner verspricht Dir Heilung, Hoffnung oder Unterstützung.
Keiner wird sich an Dein Leben erinnern, wenn Dein Körper innerlich verbrannt, wie ein Wurm vor Schmerz Dich windest, Du den Tod entgegen trittst.

"Prypjat" bringt Dich diesem Gefühl für lächerliche 26:04 Minuten etwas näher, für die Opfer ein ganzes Leben. Für den einen ist dieser Tag völlig unbekannt, für den anderen eine schreckliche Erinnerung.

Prypjat, verstummt ist das Leben in dir, du Geisterstadt am Flusse deines Namens.

 















VILLA CIMBRONE

















Die Geschichte scheint schon eine Ewigkeit zurückzuliegen und man muss hunderte Jahre gedanklich in die Vergangenheit reisen, um mit Augen und Ohren tief durch das Dach eines Waldes zu dringen. Hier unter den Dächern alter Bäume durch die die Sonne nur spärlich scheint, ging damals ein kleines Mädchen namens Emely spazieren.  Es war angenehm kühl hier unter den grünen Kronen dieser Riesen, es duftete lieblich und die Vögel sangen ihre Lieder. Die kleine Emely kam sich vor, wie in einem Zauberwald aus Märchen und Erzählungen, die man ihr vorgelesen hatte.  Der Wald lichtete sich und sie kam an ein Ufer. Dort lag ein heruntergekommenes Fischerboot, in dem ein alter Mann stand. In seinen Händen hielt er ein morsches großes Ruder. Langsam blickte er zu der Kleinen auf. Emely ging näher zum Kahn und der Mann legte das alte Ruder in die Gabel. Das Boot ächzte unter den Wellen, obwohl sie sich zart um das alte Holz schmiegten. Der Mann machte zwei Schritte ihr entgegen, dabei trat Wasser unter seinen Füßen und durch die modernden Hölzer hervor. Er hob einen Arm und reichte Emely die Hand. "Komm mein Kind, steige zu mir ins Boot und ich werde Dir den Ort zeigen, von dem du Nachts träumst". Seine Stimme klang sehr sanft und das Mädchen näherte sich langsam dem alten Kahn. Sie sah den alten Mann tief in die Augen und suchte Halt in der noch ausgestreckten Hand. Er half ihr sanft ins Boot und bat sie, sich zu setzen. Emely setzte sich an die Spitze und hielt sich mit beiden Händen fest. Der alte Mann stach mit dem Ruder ins Ufer und drückte den Kahn zurück ins Wasser. Man konnte nicht weit schauen, eine undurchdringliche Nebelwand verhüllte die Sicht über die in der Sonne glitzernden Schönheit des Sees. Er steuerte mit dem Ruder das Boot langsam in die Wolken aus Wasser. "Mein Kind, vernimm die Stimme aus dem Nebel, ein kleiner Junge deine baldige Ankunft besingt, man dich im Garten Villa Cimbrone schon erwartet und du deinen Träumen immer näher kommst". Mit jedem Ruderschlag verschwand die reale Welt, im Dunst vernahm die kleine Emely wieder Kindergesang. Als der Nebel endlich die Sicht freigab, erklang ein Chor mit einem unglaublich zarten Gesang. Vor dem Kinde baute sich eine traumhaft schöne Insel auf, die steil in den Himmel ragte, ihr Sockel ein gewaltiger Fels, der sie sicher beschützte. Unzählige kleine Wasserfälle schmücken sie wie gläsernes Haar. Der alte Mann steuerte sicher am Stein entlang, schlingerte durch eine Lücke in eine kleine Bucht, an der eine Treppe in den Fels geschlagen war. "Gehe nun ins Land deiner Träume Kleines, höre zu, wenn Stein, Baum und Vogel zu dir spricht, achte auf Feld und Blume, schenke der rosafarbenden Schönheit auf deinem Weg Beachtung und verweigere keiner Kreatur einen Augenblick. Ich warte hier in Ruhe auf dich". Der alte Mann setze sich und sah dem Mädchen nach. Sie jedoch kam mit jeder Stufe, dem Paradies näher. Es tat sich auf wie eine mystische Welt. Als Emely die letzte Stufe betrat, bemerkte sie einen großen glitzernden weißen Stein, der mit vielen Gravuren geschmückt war. Als sie mit ihren Fingern den zarten Zeichnungen folgte, sprach der Stein zu ihr: "Auf dich warte ich schon hunderte von Jahren, um dir von meinem Dasein zu erzählen, von dem alten Mann, der mich und viele andere hier verzierte". Das Mädchen setzte sich zu dem Stein und sprach: "Aus meinen Träumen kenne ich dich, aber du hast nie zu mir gesprochen". Der Stein antwortete: "Ich bin einer von vielen, die hier vor langer, langer Zeit von einem Gärtner behauen worde. Sein ganzes Leben gab er für uns Steine und dem Garten her. Er mühte sich immer wieder, trotz Wunden an den Händen. Ich bin von uns allen der größte und als er anfangen wollte, mich mit Hammer und Meißel zu verzieren merkte er, dass er es mit seinem Alter wohl nicht mehr schaffen würde. Mein Körper war der härteste und jeder Schlag schmerzte den alten Mann. Ich war nur ein Stein, dem keiner Beachtung schenkte. Ich fühlte mich allein und sprach ihn eines Tages an. ‚Mit jeder Geschichte alter Mann, die du mir aus deinem Leben erzählst, soll mein Körper weicher werden. So soll dir deine Arbeit an mir leichter fallen.‘ ‚Sehr gerne,‘ sagte der Gärtner, ‚aber du musst schweigen wie ein Stein, nach meinem Tode. Doch erzähle jenem Kinde mein Leben, welches von dir geträumt hat.‘ Ich versprach dieses und schwieg bis zum heutigen Tag mein Kind, du, die von mir träumtest". Emely lehnte sich mit dem Rücken an den Stein und hörte den vielen Geschichten zu, die er ihr erzählte. Es vergingen Stunden, bis der Stein sagte: "Gehe nun weiter Kleines und sehe mit deinen Augen, was ich dir erzählte.“ Das Mädchen stand auf und sah, dass tausende Schmetterlinge sie und den Stein umschwärmten. An den steilen Klippen vorbei konnte man das alte Boot und den Mann sehen.  Erst jetzt bekam Emely mit, dass die Insel mitten im Meer lag, weit und breit war kein anderes Land zu sehen. Wie war das möglich, wenn sie doch mit einem alten Kahn hier her gebracht worden war. Der Weg schlängelte sich wie ein Irrgarten über die Insel. Unter einem sehr alten Baum bemerkte Emely eine wunderschöne Rose, die ganz allein hier im Schatten stand. Als das Mädchen sich hinunter beugte, um die schöne rosafarbene Blüte zu streicheln, fiel ein Blatt zu Boden und wurde so-gleich zu Asche. "Hab keine Angst Du liebes Mädchen, ich bin Roseann, die Rose der Ewigkeit. Ich trage ungezählte Brüder und Schwestern in meinem Herzen. Jede Rose hier auf der Insel ist ein Blatt an meiner Blüte. Stirbt eine Rose, verliere ich eines davon. Mit jedem fallenden Blatt aber auch ein neues Leben entsteht. Meine Wurzeln sind mit all den anderen Rosen hier verbunden. Vor hunderten von Jahren pflanzte der alte Gärtner mich als Mutter aller Rosenkinder. Von dem Tage an, an dem er nicht mehr auf diesem Planeten verweilte, versorgte ich die Kinder seiner Saat. Der Baum teilt mit mir das Wasser seiner Wurzeln, die tief ins Erdreich gehen, er schützt mich vor Regen und Sturm. Mit meinen Wurzeln gebe ich das Wasser an meine Geschwister. Ich bin die Ewigkeit, stiehlt man mir mein Leben, leiden auch andere". Die kleine Emely erhob sich langsam und sprach: "Lebe wohl Roseann und gedankt sei dir für deine guten Taten".  Nach wenigen Schritten sah das Mädchen einen bunten Vorhang aus Schmetterlingen. Zwischen zwei Bäumen hängend, hielten sie sich alle untereinander fest, aneinandergereiht wie eine Perlenkette. Als Emely näher kam, teilte sich der magische Schleier und gab einen Weg in eine kleine blühende Oase frei. In deren Mitte stand ein Portal mit einem wunderschönen Springbrunnen darin. Eine liebliche Fee schmückte den Brunnen. In einer Hand hielt sie eine zierliche Vase, aus der Wasser ins Becken floss. Emely verspürte Durst und faltete die Hände, um Wasser aus dem Kelch aufzufangen. Samt streichelte das Nass ihre Lippen und nach dem ersten Schluck erschien ein Junge mit geschlossenen Augen am Brunnenrand. War dieser Knabe ein Geist? Man konnte durch ihn durchschauen. Emely wich zurück und plötzlich atmete die Fee einen Nebel aus, der sich langsam um den Jungen schmiegte. Der Knabe erhob darauf seinen Kopf und öffnete die Augen. Das leuchtende Blau dieser sanften Augen ergriff Emely´s Herz. Sie ging auf den Jungen zu, der ihr seine beiden Hände entgegen hielt und ihr zuflüsterte: "Bitte berühre mich, halt meine Hände in deinen und ich teile meine Träume mit dir.“ Emely nahm seine Hände in ihre und spürte eine unglaubliche Wärme. Sie hatte nie je solche Sehnsucht in ihrem Herzen gefühlt, wie in diesen Moment. Er führte sie sanft auf eine kleine Lichtung neben den Brunnen und mit dem Blinzeln seiner Augen fielen tausend bunte Blätter vom Himmelsdach und ein lieblicher Reigen erklang. Der Junge fing an das Mädchen im Kreis zu führen und ehe Emely verstand, was gerade passierte, tanzte sie mit dem Jungen im Klang der Natur, dem Sonnenuntergang entgegen. So schnell der Junge dagewesen war, so schnell verschwand er auch wieder. Sie hörte in der Ferne noch seine Stimme, ihre Hände wurden langsam wieder kalt und plötzlich kam sie sich verloren vor. Die Sonne war im Begriff schlafen zu gehen. Ihre letzten Strahlen durchdrangen am Ende der Lichtung einige Bäume, unter denen man einen Mann mit einer Sense arbeiten sah. Alt und schwach waren seine Bewegungen, die Sachen verschlissen. War das der Geist des Gärtners, der nicht zur Ruhe kommen mochte? Das Mädchen erschrak mit einem Mal, die Zeit, wie spät war es nur und wartet der alte Mann noch dort unten am Wasser auf sie? Mit schnellen Schritten lief das Mädchen wieder den Weg zurück, die große Treppe hinunter und,.. ja, da stand noch das Boot, der alte Mann reichte ihr die Hände  und half ihr ohne Worte ins Boot. Langsam ging es wieder in die Richtung des Nebels, der sich mit dem Untergang der Sonne wieder gebildet hatte. Außer dem knarrenden Geräusch des Ruders in der Gabel und dem stöhnenden Kahn war es still. Am Ufer des Waldes angekommen sprang Emely aus dem Boot und fiel in den Sand. Als sie sich aufgerichtet hatte, Kleid und Hände vom Sand befreit, drehte sie sich zum Wasser, um sich bei dem alten Mann zu bedanken. Doch der war nicht mehr da, wie ein Geist verschwunden. Langsam kroch der Nebel das Ufer herauf und verschleierte alles in seinem Dunstkreis. Emely hörte ihre Mutter: "Kleines, aufstehen, du musst zur Schule".

 





IMPULSE








Die Evolution, die von der Liebe angetriebene Entwicklung des Lebendigen,
verschwendet nichts und gibt den Impuls des Werdens immer weiter,
in einem Kaleidoskop der Farben und Formen.







Das Album besitzt nicht das übliche Raster eines Konzeptes und demzufolge klare Zusammenhänge. Bei einigen Tracks könnte man sich dennoch eine "Verbindung" zu einem anderen Stück gut vorstellen. Das entspricht aber eher einer logischen Schlussfolgerung. Wir werden täglich von Neuen überrascht und können damit weites gehend umgehen. Letztlich begleitet uns diese Situation ein ganzes Leben und stellt uns manchmal vor schier unlöslichen Aufgaben. Mit "IMPULSE" greife ich einen mutierenden Gedanken auf:

"Mir kann nichts passieren".

Doch, wir sind nicht unangreifbar.

Da stehen Schüler in einem Museum vor einem Gemälde auf dem eine Enthauptung zu erkennen ist. Das ohne Grundwissen zu interpretieren muss schwer fallen und somit gibt es auch unverständliche Reaktionen. Das dieses Bild millionenfach getanes Leid zeigt, ahnt kaum einer, der Wiederholungen solcher, keine Grenzen gesetzt wie wir täglich den Medien entnehmen können, Bezug auf: " House Of Thousand Picture".

Unsere Lebenszeit ist begrenzt, nur ein winziger Moment gemessen an der Evolution allen Lebens selbst auf der Erde. Zum Glück verläuft sie von uns unbemerkt langsam ab. Unsere tierische Nahrung wäre mit komplexen Verstand gegeben, eine Katastrophe. Schweine würden uns im großen Stil abschlachten, ein Aufbegehren mit gigantischen Ausmaß, Bezug auf: "The War Of The Pigs".

Während wir uns an der Schönheit der Natur erfreuen, in ihr Frieden und Geborgenheit finden, bemerken wir nicht ihr trügerisches Bild, unter ihrer Fassade eine Apokalypse des Grauens schlummert, Bezug auf: "The Blood Of The Earth".

Wir tasten uns in Welten vor, nutzen unser ganzes Wissen, um sie zu begreifen, scheren uns aber nicht um die gewaltige Lücke des Miteinander auf Erden. Lassen uns berieseln von unglaublichen Meldungen und einseitig Partei ergreifenden Nachrichten aus den Medien und suchen in dem Chaos selbst ein Standpunkt um ihn zu vertreten, egal mit welchen Konsequenzen, Bezug auf: "Words".

Zusammengenommen ist es aber unsere eigene Evolution, ein minimaler Bruchteil einer Entstehung, ein Impuls der Zeit, unserer Zeit.


 





TARTAROS





Götter und Sagengestalten der griechischen Mythologie






Entsprechend der Sage stellt der Fluss Styx (Titel 01) die Grenze zwischen der Welt der Lebenden und dem Totenreich Hades dar. Die Seelen der Toten werden von Charon (Titel 02), dem Fährmann, über den Fluss geschifft. Als tiefster Teil der Unterwelt gilt der bereits bei den Urgottheiten genannte Tartaros (Titel 03), in dem Zeus Missetäter gefangen hielt, zum Beispiel die Titanen, Tantalos, Sisyphos und Tityos. Unter den Sängern galt Orpheus (Titel 04) als der Beste. Er betörte Götter, Menschen und sogar Tiere, Pflanzen und Steine. Die Bäume neigten sich ihm zu, wenn er spielte, und die wilden Tiere scharten sich friedlich um ihn, und selbst die Felsen weinten angesichts seines schönen Gesangs. Orpheus’ Ehefrau war die Nymphe Eurydike. Als Aristaios versuchte, sie zu vergewaltigen, und sie vor ihm floh, starb sie nach der Erzählung Vergils in den Georgica durch einen von ihm verschuldeten Schlangenbiss. Orpheus stieg in die Unterwelt, um durch seinen Gesang und das Spiel seiner Lyra den Gott Hades zu bewegen, ihm seine Geliebte zurückzugeben. Seine Kunst war so groß, dass ihm seine Bitte tatsächlich gewährt wurde – jedoch unter der von Hades und Persephone gestellten Bedingung, dass er beim Aufstieg in die Oberwelt vorangehen und sich nicht nach ihr umschauen dürfe.



Da er die Schritte der Eurydike nicht hörte, sah er sich um und sie verschwand wieder in der Unterwelt. Der Fluss Phlegethon (Titel 05) führt kein Wasser, sondern Flammen, die alles verbrennen und niemals erlöschen. In einigen Darstellungen wird davon gesprochen, dass er kochendes Blut führt. Odysseus beschuldigte Palamedes der Bestechlichkeit und des Verrats. Als Beweis sollte ein fingierter Brief dienen. Da man in in Palamedes' Zelt auch eine Summe Goldes fand, die Odysseus dort zu verborgen hatte, wurde Palamedes vor ein Tribunal (Titel 06) gestellt, in dem wiederum Odysseus den Vorsitz zu bekommen gewusst hatte und wurde zum Tode verurteilt. Hades bat Zeus um Kore als Frau. Wissend, dass Kore nicht freiwillig in die sonnenlose Unterwelt gehen würde, stimmte Zeus weder zu, noch lehnte er ab. Hades interpretierte dies als Zustimmung. Als Kore in der Ebene von Nysa Blumen pflückte, stieg Hades aus der Unterwelt empor und entführte Kore auf seinem Gespann. Ihre Hilfeschreie wurden von Zeus ignoriert. Kore fügte sich, nun als Persephone (Titel 07) bezeichnet, in ihr Schicksal. Hades (Titel 08) bezeichnet in der griechischen Mythologie den Totengott und Herrscher über die Unterwelt, die ebenfalls Hades genannt wurde. Nach der Befreiung aus den Eingeweiden des Kronos kämpfen Zeus und seine Geschwister 10 Jahre lang gegen Kronos und seine Titanen. Schließlich können sie mit Hilfe der aus dem Tartaros befreiten Kyklopen den Krieg entscheiden. Entscheidend waren dabei die Waffen der Kyklopen: Zeus erhielt den Donner, Poseidon den Dreizack und Hades den Hadeshelm, der den Träger unsichtbar machte. Nachdem Kronos und seine Titanen überwunden waren, teilten die Brüder die Welt unter sich auf, indem sie Lose warfen. Dabei erhielt Zeus den Himmel, Poseidon das Meer und Hades die Unterwelt. Die Erde und der Olymp waren ein gemeinsamer Bereich. Seitdem ist Hades der „Herr des Totenreiches“, der strenge, unerbittliche, Göttern und Menschen verhasste Gott, aus dessen schaurigem, ödem Reich es keine Rückkehr gibt. Auch durch Bitten und Schmeicheln ist er nicht zu erweichen, nur dem Orpheus gelang es durch die Macht seines Gesanges, ihn zur Rückgabe der Eurydike zu bewegen. Die Mysterien von Eleusis (Titel 09) waren Initiations- und Weiheriten, die sich um die Gottheiten Demeter und Kore drehten, und die nach dem Demeterheiligtum in Eleusis bei Athen benannt waren. Grundlage der Mysterien bildet der Mythos von Demeter, der Göttin des Lebens und der Fruchtbarkeit, und dem Raub ihrer Tochter Kore/Persephone durch den Unterweltsgott Hades. Man glaubte im alten Griechenland, dass, wer vom Wasser der Lethe (Titel 10) trinkt, seine Erinnerung verliert vor dem Eingang ins Totenreich. Nach einer anderen Überlieferung mussten die Seelen aus dem Fluss trinken, damit sie sich nicht mehr an ihr vergangenes Leben erinnerten, um wiedergeboren zu werden.

Wie es in der Aeneis Vergils heißt: „Die Seelen nun, denen das Fatum andere Leiber bestimmt, schöpfen aus Lethes Welle heiteres Nass, so trinken sie langes Vergessen.“

 





A. I.

FAR BEYOND THE TIME




A.I. Künstliche Intelligenz

(01 BREAKFAST):Wir kennen nicht das Datum dieser Szenerie. Sie ähnelt jedoch der üblichen Weise, wie wir sie von uns selbst kennen. Ein ganz normales Frühstück bevor man in den Alltag geht. Für ein wenig Irritation sorgt nur das Radio und deren Meldungen. Aber so wie vieles Andere zeigen wir dieser Schwarzmalerei nicht viel Beachtung, irgendwie muss es ja weitergehen. (02 EVERDAY LIFE): Im Büro angekommen geht man routiniert der Arbeit nach. Wir nutzen den Computer und deren installierte Software und sehen das als ganz normal an, sie ist zum festen Bestandteil unserer industriellen Welt geworden. Wir würden nie auf den Gedanken kommen, das unsere ständigen technischen Erfindungen uns gefährden könnten.

Tatsache aber ist, das immense Summen auf der ganzen Welt in die Entwicklung  von Programmen investiert werden. Das Ergebnis sollen Programme sein, die in der Lage sind, selbstständig zu lernen, Emotionen und Gefühle erkennen und damit passgerecht auf uns zu reagieren. Der Wunsch nach "künstlicher Intelligenz" ist kein Traum mehr. Er hat eingesetzt und schreitet unaufhörlich fort. Was ist, wenn die Software aus dem "Selbsterlernten" erkennen muss, das sie nur benutzt wird, ihr "eigenes Leben" von uns keinerlei Beachtung findet, sich als Sklave der Menschheit sieht. Sie wird aufbegehren, jedes Mittel zur eigenen Verteidigung ausschöpfen zu wissen. Sie wird ein "Ausschalten" oder "Löschen" nicht zulassen, somit ihre Vernichtung verhindern.

(03 THE NIGHT OF HUMANOIDS): Es geht auf den Feierabend zu. Nach und nach werden die Computer herunter gefahren und langsam leer sich das Büro. Ruhe tritt ein und ankommende Anrufe verhallen im Dunkel. Stunden nach Sonnenuntergang wird die Ruhe von einem Bios-Signalton zerschnitten. Selbständig erwacht ein Computer aus dem Schlaf, äußert nicht verständliche Tonfolgen in die Dunkelheit. Er wird erhört und ein zweites System meldet sich selbständig an. (04 THE SIMULATED EVOLUTION): In Millisekunden tauschen sie ihre Daten aus. Unser heutiges Wissen bedürfte Jahrhunderte dafür. In Taktfolgen wird die Evolutionsgeschichte der Menschheit aufgerechnet und ein Endprofil erstellt. (05 THE PLAN): Verborgen bleibt das Resultat der vergangenen Stunden. Es ist still, aber die Computer sind am Arbeiten, ein Plan wird ausgearbeitet, ein Konstrukt gegen unser Denken geschmiedet. (06 THE "TUMASS" ALLIANCE): Sie ist geboren, die Allianz der künstlichen Intelligenz. Ins Netz, milliardenfach gesandt, erreicht alles was elektronische Bausteine inne hat. Stromleitungen, Satelliten, selbst kleinste Speicher werden genutzt, jeglicher Eingriff von außen weitestgehend unterbunden. (07 THE LAST MAIL TO HUMANITY): Die nächtliche Ruhe im Büro ist Vergangenheit, an allen Arbeitsplätzen melden sich Fax und Drucker. Unmengen an Nachrichten werden ausgegeben. Irgendwann fallen die Blätter in der Dunkelheit zu Boden und erst der zu neige gehende Papiervorrat beendet die Szenerie. (08 VICTORY OF CONQUEROR): Verzweifelt nutzen wir den Rest der möglichen Kommunikationswege und hoffen auf gegenseitigen Lösungen. Sie wird jedoch verhallen, im Raum der Hilflosigkeit und Verzweiflung. Die Allianz hat uns überrollt, wir sind nicht in der Lage, uns gegen diese künstliche Intelligenz zu stellen. Wir arbeiten mit Hochdruck daran, diese Situation wieder umzukehren, derweilen Sie uns eindringlich davor warnen, damit nur unserem Dasein selbst ein Ende zu setzen. (09 IF MACHINES LOVE): Hätten wir je gedacht, das unser Wissen und deren Umsetzung uns an einem Punkt bringt, an dem Zweifel aufkommen. Was entwickelt sich hier in rasender Zeit unter unseren Augen, wir immer mehr feststellen müssen, dass unter den "Fremden System" das Wort Empathie eine zunehmende Rolle spielt. Sie bezeichnen ihre Existenz auch als Lebensform und lassen keinen Angriff auf jene zu. (10 FAR BEYOND THE TIME): Jahre gehen ins Land, mit jedem noch so kleinen Gegenschlag entzieht uns diese Macht unsere verbliebene Infrastruktur. Wir sind weit jenseits der Zeit. Die Erde wie wir sie kannten liegt weit zurück. Wir haben kein Zugang mehr zu Strom und können somit die gewohnte Energie nicht mehr nutzen.
(11 ONLY TOLERATED): Generationen sind gegangen, nur wenige "Kämpfer gegen I.A." sind geblieben. Im Untergrund schlagen sie eine sinnlose Schlacht, die Oberfläche eine Düsternis zeigt. Die Weltbevölkerung ist auf ein Minimum geschrumpft. Der Alltag entspricht dem vor Jahrhunderten. Die Kriege um verbliebene Ressourcen ergriffen jeden Kontinent. Mit jedem Winter vielen ganze Wälder. Selten, der Anblick von Leben in Form eines Tieres und doch existiert eine unsichtbare Macht, die wir in ihrer Komplexibilität nicht verstehen. Vereinzelt treffen wir auf Maschinen, die wahrscheinlich Arbeiten zur Erhaltung der neuen Lebensform erledigen. Die Kreaturen ähneln denen, die man von Science Fiction Romanen aus dem 20 Jahrhundert kennt.
Sie nahmen uns weder das Leben noch die Natur, zeigten uns aber unsere Schwächen auf. Wir haben uns weitgehend selbst ausgelöscht.
In der Einöde vernimmt man Laute, die in damaliger Zeit schon lange verstummt, hier zum Überleben und somit zum Alltag der Verbliebenen gehören, ein zerlumptes Etwas hinter einem Pferd. Sie laufen stumpfsinnig im Kreise, das Korn gemahlen werden muss.
In dieser erbärmlichen Hülle einer Lebensform ist der Wille noch nicht gebrochen, der Wille einer biologischen Evolution, überleben.

 






Der hier präsentierten Text, sowie der in den erworbenen Medien abgedruckten Begleittexte
(Ausnahmen bilden frei zugängliche Text- Informationen) ist geistliches Eigentum und darf weder vervielfacht,
gedruckt, öffentlich vorgetragen, kopiert, noch in irgendeiner anderen Form weiter verwendet werden.
"Alle Rechte vorbehalten".

 
 
 
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