Perversum spoken word - Band THE EYE

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" Der Schänder "
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PERVERSUM (Spoken Word)

Play Format Gapless

Time 00:44:08

01 Gottes Haus

00:03:42

02 Fremder

00:01:25

03 Welch Elend

00:01:10

04 Die Offenbarung

00:02:14

05 Der Schänder

00:03:30

06 Das Entsetzen

00:01:28

07 Perversum

00:02:29

08 Ewig Dunkel

00:04:19

09 Wo ist Gott

00:01:50

10 Der Teufel

00:02:11

11 Ich, Dein Freund

00:07:22

12 Meine Brut in Euch

00:02:31

13 Blindheit

00:04:14

14 Die Zeit

00:01:19

15 Wiederkehr

00:03:52

 
 
 

Lyrics


Hintergrund:

Über Jahre hin plagten ihn Scham, Verunsicherung, Wut.
Dann hat Jörg D. am 17. September 2009 an den Papst einen Brief geschrieben, vier Seiten über seine Not:
"Ich bitte Sie um Hilfe, in welcher Form auch immer."

Doch Benedikt XVI. schwieg, bis heute gab es keine Antwort, "nicht mal einen Zweizeiler, nichts, überhaupt nichts", sagt Jörg D., heute 25 Jahre alt. Auch sein zuständiger Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode hat ihm kaum geholfen. Er riet dem Missbrauchsopfer, er solle "vergeben und vergessen".
Sie alle sollen vergeben und vergessen, 14 Kommunionskinder und Messdiener aus einem Dorf nahe der niederländischen Grenze. 227-mal waren sie in den Jahren bis 1995 von ihrem Seelsorger sexuell missbraucht worden. Pfarrer Alois B. kam mit einer Freiheitsstrafe auf Bewährung milde davon. "Die Kirche kümmerte sich mehr um die Täter als um die Opfer", kritisiert Jörg D. "Sie besorgte und bezahlte ihnen Therapien, Kuraufenthalte, neue Wohnungen oder neue Stellen, verwischte beflissen ihre alten Spuren.

Die missbrauchten Kinder wurden sich selbst überlassen."
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Begleittext entspricht der Instrumental Version. In dieser Version werden Auszüge aus dem Text gesprochen.

01.GOTTES HAUS
Die Sonne flammte hell durch die gotischen Scheiben. Sanft erklangen die Worte von der Kanzel, ermahnend mit Ausdruck, aber Liebevoll. In mich gekehrt lauschte ich ihnen und dem Orgelspiel und mein Blick glitt am schweren Gemäuer des gigantischen Baus in Richtung Himmel als Mitglieder der Gemeinde sich von ihren Bänken erhoben und mit ihren Fingern in Richtung der schweren Eingangstür zeigten.
02. FREMDER
Mit erschrockenem Ausdruck und verzerrten Gesicht traten sie in den Mittelgang und bildeten einen schmalen Pfad bis vor zum Altar. Ich wendete mich langsam um und im gleißenden Licht der Sonnenstrahlen schritt ein unscheinbarer Mann sich schleppend durch die stehende Gemeinde. Beschmutzt und mit Blut durchtränkt hingen die Kleider an der Erscheinung, in seinem fahlen ausdruckslosen Gesicht formten seine blauen Lippen leise bettelnde Wörter die keiner verstand. Der Pfarrer eilig von der Kanzel dem Fremden entgegen laufend streckte ihm seine Hände entgegen.
03. WELCH ELEND
Sie erreichten den Fremden nicht. Jegliche Hilfe ablehnend ließ er sich auf die Knie fallen und kroch auf allen Vieren in Richtung Altar. In der Situation kam es mir vor, als begleite die Sonne den Fremden am Boden und die Gläubigen säumten ihn den Weg.Hunderte von Augen starrten auf dieses kriechenden Elend aus Dreck und anhaftenden Lebenselixier. Der Pfarrer ließ den Mann an seinem Rock vorüber krauchen und erhob leicht seine Arme, um die Gemeinde zum verharren zu bringen. Mit aller Kraft ringte der Mann am Altar um an Höhe zu
gewinnen. Er zog sich mit seinen Blutverschmierten Händen an dem schweren Tuch empor,seine Beine zitterten und es schien mir, als wollten sie ihn nicht mehr tragen.
04. DIE OFFENBARUNG
Aufrecht klammernd am Altartuch starrten seine leeren Augen in das Kreuz des Allmächtigen. Kein Laut entwich den hunderten Mündern in der Ewigkeit von Minuten. Mit den Handflächen stützend auf den Altar drehte sich der Fremde langsam zu uns um, seine Augen waren Blutunterlaufen und er öffnete langsam seinen Mund, sein Gesicht trug Narben, die auf seiner Haut spannten. Die Mitglieder starrten fassungslos auf diese Gestalt und den sich öffnenden Mund.
05. DER SCHÄNDER
„Mich werdet Ihr nie verstehen, weil ich Euch nicht verstehe“, so die ersten Worte die wir leise vernahmen. Sein Atem war schwer und er rang nach Luft. „Ihr Heuchler vor den Herren, Ihr armseligen Geschöpfe, Ihr dummen Sklaven Eures Lebens“ sagte er mit einem haßerfüllten Gesichtsausdruck. „Wie bitte könnt Ihr Glauben das Recht zu haben, mich für meine Taten strafen zu können“? Der Pfarrer setzte langsam einen Fuß vor den anderen in Richtung Altar. Mit den Worten: „Gott straft keinen“, unterbrach er den Fremden. In diesen Augenblick schritt
der Fremde mit äußerst bösen Blick ohne Anstrengung vom Altar auf den Pfarrer zu. Die Gemeinde wirkte verstört und wich rückwärts zurück. „Deinen Sohn, den Du Deiner Gemeinde vorenthalten hast, habe ich meine ganze Aufmerksamkeit gegeben, geholt Nachts von Deiner hier totgeschwiegenen Launenhure“. Seine Mundwinkel brachten ein widerliches Lächeln zum Ausdruck und ich erwischte mich bei den menschlichen Verlangen, dieser Eskalation näher beiwohnen zu können.
06. DAS ENTSETZEN
„Ich holte mir diesen Deinen Knaben als Sinnbild meiner Begierde, mit Deinem Bild der Göttlichkeit nichts gleich. Allein sollte er mir sein, eine wahre Erscheinung ohne Jahrhundert werdende Illusionen, den ewigen Wörtern, nur getragen von Deiner Einer und Deinem Gefolge. Mit seinen jungen Jahren, glich er meiner Jugend von damals, nicht meinen blau geschundenen Körper, und das mit Euer göttlichen Duldung,mein Neid nach seiner zarten Schönheit, die Du mir immer gepriesen, wenn Deine Hände mich berührten. Verzehrend nach seiner Unschuld,
die Du mir nahmst“. Gesten von Haß und Mitleid sah ich um mich herum, mit gefalteten Händen des Pfarrers Stimme erklang: „Hör auf mein Sohn, hör auf“
07. PERVERSUM
Ganz dicht und mit kalten Augen stand der schwer atmende nun vor den Geistlichen, für mich war das die Erscheinung des Teufels. „Hör zu Alter, ich nahm ihn und sah Dich, ich spürte seine Schmerzen, das zerreißen seiner Seele auch in mir, seine Zähne bohrten sich in meine Hand, die Narben davon trägst auch Du, er flehte unter unglaublicher Qual und seine Lippen forderten eine Antwort, warum tust Du es gleich wie mein Vater?
08. EWIG DUNKEL
„Am höchsten Punkt meiner innigen Liebe zu Deinem Sohn, entzog ich seinen Körper die Jugend, stillte mein verlangen nach Macht und Gier, Schönheit und Unschuld trieb ich aus seinen Körper.“ Das dreckige Gesicht des Teufels neigte sein Gesicht leicht zur Seite und näherte sich auf Zentimetern den Ohren des Pfarrers. „Hör alter Mann, Mitleid zeigtest Du bei mir nicht, Du kamst immer wieder und wieder. Dein Sohn verschmolz zwischen den ersten Gefühlen der Lust und des Schmerzes, als sein Körper reagierte, nahm ich sein Leben, nun nimm Du meines“! Er öffnete den Mantel, getränkt vom Blut des Pfarrers Sohn und reichte ihn ein Messer.
Ein grauenerregender Anblick durchzog die Kirche, kein Wort unterbrach diese Aufforderung nach Rache und persönlicher Befreiung , ewig erschien mir die Zeit des Schweigens. Der Satan griff nach der Hand des Pfarrers und drückte ihn das Messer in die Handfläche. Mit dem Blick vom Pfarrer abwendend drehte er sich zu uns und ließ uns wissen:
09. Wo ist Gott
„Was ist Ihr dummen Puppen eines Theaters, seit Ihr nur ein billiges Gefolge von Ansammlungen, eine Hand voll Würmer in meiner Hand? Soll ich Eure Kinder auch befreien von den Blicken Eurer Männer, soll ich Ihnen Ihr Leben nehmen, damit in der kaputten Gesellschaft es nicht die Mütter machen müssen? Soll ich Euer Gott für Eure Brut sein? Ihr seid wie ich, Ihr seht mich nicht, ich bin überall, ich bin euer Leben ich bin die Schönheit, ich bin in Euch, ich lebe“
10. DER TEUFEL
„Mach die Augen zu und erkenne mich. Ich bringe Terror und bombe Euch von dieser Welt, ich peinige und quäle, ich entführe und vergewaltigte, ich bin die Macht, die Du mit Deiner Stimme wählst, ich bin Dein Vater und Mutter, ich bin der Teufel“.
11. ICH, DEIN FREUND
„Komm zu mir, komm, Vertraue nie einen anderen, vertraue nur Du Dir selbst. Ich bin Du, schau in den Spiegel, ich bin Du, ich bin die Zärtlichkeit, ich bin die Liebe, ich bin Dein Leben, vertrau mir, vertrau mir, ich bin Dein Freund. Ich bin Du, ich glaube Dir, ich bin Dein Freund, ich halte Dich fern von jeglicher Heuchelei, vertrau mir, ich bin Du, ich bin in Deinem Leben, vertrau mir. Wenn Du Angst hast, ich nehme sie Dir, vertrau mir, ich bin Du, hast Du Schmerzen, ich zeige Dir wie man sie liebt, vertrau mir, vertrau mir, ich bin Dein Freund, ich bins, ich bin Du, komm zu mir, vertrau mir, komm zu mir.................................. Diese Worte waren wie Magie, der Irre zog mich in seinen Bann, es bedürfte einige Sekunden, um wieder klar zu denken. Stille herrschte im Gotteshaus bis der Pfarrer langsam zu Boden ging, sich warmes Blut unter ihm in den Fugen des kalten Gesteins ein Rinnsal schuf.
12. MEINE BRUT IN EUCH
„Wie Ihr Eure Kinder liebt, so liebe ich auch meine, ich bin Euer Dreck, der Abschaum alles Lebens , ein kaltes Individuum ohne Spur von Liebe, aber Ihr irrt. Ich bin Euer Spiegelbild, meine Brut liebe ich, um mich wächst und gedeiht sie, auch unter Deinem Dach kann sie reifen, wie ein Parasit, mit Deiner Hilfe, tausende Mütter und Väter wird sie enttäuschen, meine Brut. Wie Ihr will ich nicht Glauben, an das Böse in meinem Kind, Ihr seht es nicht, Ihr fühlt es nicht. Jeden Tag werde ich neu geboren, geboren in EUER Leben.“
13. BLINDHEIT
„Eure Blindheit ist meine Stärke, ich bin nur ein Gewissen, nicht erkennbar für Dich. Leidenschaftlich wirst Du mich lieben, sorglos vertraust Du mir Deine Wünsche an, steigst in meinem Bus und lächelst mir zu, bringst zur Obhut Deine Kinder mir, teilst mir Dein Kummer in einer Sitzung mit, zeigst mir Deine Wunden worauf ich Dir helfe. Ich bin überall, wie blind und hilflos Du doch bist, Ihr seid blind, Ihr seht nur das, was das Licht Euch erhellt, Du siehst mich nicht, ich werde NICHT geboren, ich bin immer da, ich bin immer bei Euch, nichts kann mich davon abbringen, nichts, höre, lerne mit mir umzugehen, ich gehöre zu Dir, ich bin Dein Gewissen, ich bin Dein Inneres“.
14. Die Zeit
„Für mich wird das Leben nie enden, ich warte auf Dich, ich kenne keine Grenzen, für mich gibt es keine Moral, ob Mann, Frau oder Kind, ich bin kein Tier, denn meines gleichen könnte ich nicht quälen,ich werde nie vergehen, aber ich mich an Dich, töte mich, aber ich werde nicht gehen, für mich gibt es keine Zeit“.
15. WIEDERKEHR
„Du fuhrst mit Deinem Auto durch die Stadt, Deinen Kind begegnend und erkanntest mich nicht, mich in meinem Wirt, das Glück stand Dir ins Gesicht geschrieben, der Stolz eines Vaters. Glücklich seid Ihr als Eltern, glücklich und Stolz auf Eure Kinder, und seht mich nicht, mich nicht in ihren Körpern, ich gehöre zu Euch, ich bin das Leben. Ich muß jetzt weiterziehen, es wartet ein Krieg auf mich. Und über Dir, eines meiner Opfer.....hilf, hilf, hilf.

„Kann es sein, das ich gerade Deine Liebe bin“?



 
 
 
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