Villa Cimbrone - Band THE EYE

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" The Rose Roseann "
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VILLA CIMBRONE

Play Format Gapless

Time 01:02:59

01. Vestiges of the past

00:03:53

02. Green soul

00:01:51

03. Emely

00:04:06

04. Villa Cimbrone

00:10:06

05. Mystic world

00:06:32

06. The speaking of the stones

00:02:15

07. The rose Roseann

00:06:59

08. The magic veils

00:05:11

09. Tender touch

00:09:27

10. Sound of garden

00:04:47

11. The old ghost

00:07:49

 
 

Lyrics


Die Geschichte scheint schon eine Ewigkeit zurückzuliegen und man muss hunderte Jahre gedanklich in die Vergangenheit reisen, um mit Augen und Ohren tief durch das Dach eines Waldes zu dringen. Hier unter den Dächern alter Bäume durch die die Sonne nur spärlich scheint, ging damals ein kleines Mädchen namens Emely spazieren.  Es war angenehm kühl hier unter den grünen Kronen dieser Riesen, duftete es lieblich und die Vögel sangen ihre Lieder. Die kleine Emely kam sich vor, wie in einem Zauberwald aus Märchen und Erzählungen, die man ihr vorgelesen hatte.  Der Wald lichtete sich und sie kam an ein Ufer. Dort lag ein heruntergekommenes Fischerboot, in dem ein alter Mann stand. In seinen Händen hielt er ein morsches großes Ruder. Langsam blickte er zu der Kleinen auf. Emely ging näher zum Kahn und der Mann legte das alte Ruder in die Gabel. Das Boot ächzte unter den Wellen, obwohl sie sich zart um das alte Holz schmiegten. Der Mann machte zwei Schritte ihr entgegen, dabei trat Wasser unter seinen Füßen und durch die modernden Hölzer hervor. Er hob einen Arm und reichte Emely die Hand. "Komm mein Kind, steige zu mir ins Boot und ich werde Dir den Ort zeigen, von dem du Nachts träumst". Seine Stimme klang sehr sanft und das Mädchen näherte sich langsam dem alten Kahn. Sie sah den alten Mann tief in die Augen und suchte Halt in der noch ausgestreckten Hand. Er half ihr sanft ins Boot und bat sie, sich zu setzen. Emely setzte sich an die Spitze und hielt sich mit beiden Händen fest. Der alte Mann stach mit dem Ruder ins Ufer und drückte den Kahn zurück ins Wasser. Man konnte nicht weit schauen, eine undurchdringliche Nebelwand verhüllte die Sicht über die in der Sonne glitzernden Schönheit des Sees.  Er steuerte mit dem Ruder das Boot langsam in die Wolken aus Wasser. "Mein Kind, vernimm die Stimme aus dem Nebel, ein kleiner Junge deine baldige Ankunft besingt, man dich im Garten Villa Cimbrone schon erwartet und du deinen Träumen immer näher kommst". Mit jedem Ruderschlag verschwand die reale Welt, im Dunst vernahm die kleine Emely wieder den Kindsgesang. Als der Nebel endlich die Sicht freigab, erklang ein Chor mit einem unglaublich zarten Gesang. Vor dem Kinde baute sich eine traumhaft schöne Insel auf, die steil in den Himmel ragte, ihr Sockel ein gewaltiger Fels, der sie sicher beschützte. Unzählige kleine Wasserfälle schmücken sie wie gläsernes Haar. Der alte Mann steuerte sicher am Stein entlang, schlingerte durch eine Lücke in eine kleine Bucht, an der eine Treppe in den Fels geschlagen war. "Gehe nun ins Land deiner Träume Kleines, höre zu, wenn Stein, Baum und Vogel zu dir spricht, achte auf Feld und Blume, schenke der rosafarbenden Schönheit auf deinem Weg Beachtung und verweigere keiner Kreatur einen Augenblick. Ich warte hier in Ruhe auf dich". Der alte Mann setze sich und sah dem Mädchen nach. Sie jedoch kam mit jeder Stufe, dem Paradies näher. Es tat sich auf wie eine mystische Welt. Als Emely die letzte Stufe betrat, bemerkte sie einen großen glitzernden weißen Stein, der mit vielen Gravuren geschmückt war. Als sie mit ihren Fingern den zarten Zeichnungen folgte, sprach der Stein zu ihr: "Auf dich warte ich schon hunderte von Jahren, um dir von meinem Dasein zu erzählen, von dem alten Mann, der mich und viele andere hier verzierte". Das Mädchen setzte sich zu dem Stein und sprach: "Aus meinen Träumen kenne ich dich, aber du hast nie zu mir gesprochen". Der Stein antwortete: "Ich bin einer von vielen, die hier vor langer, langer Zeit von einem Gärtner behauen wurde. Sein ganzes Leben gab er für uns Steine und dem Garten her. Er mühte sich immer wieder, trotz Wunden an den Händen. Ich bin von uns allen der größte und als er anfangen wollte, mich mit Hammer und Meißel zu verzieren merkte er, dass er es mit seinem Alter wohl nicht mehr schaffen würde. Mein Körper war der härteste und jeder Schlag schmerzte den alten Mann. Ich war nur ein Stein, dem keiner Beachtung schenkte.  Ich fühlte mich allein und sprach ihn eines Tages an. ‚Mit jeder Geschichte alter Mann, die du mir aus deinem Leben erzählst, soll mein Körper weicher werden. So soll dir deine Arbeit an mir leichter fallen.‘ ‚Sehr gerne,‘ sagte der Gärtner, ‚aber du musst schweigen wie ein Stein, nach meinem Tode. Doch erzähle jenem Kinde mein Leben, welches von dir geträumt hat.‘ Ich versprach dieses und schwieg bis zum heutigen Tag mein Kind, du, die von mir träumtest". Emely lehnte sich mit dem Rücken an den Stein und hörte den vielen Geschichten zu, die er ihr erzählte. Es vergingen Stunden, bis der Stein sagte: "Gehe nun weiter Kleines und sehe mit deinen Augen, was ich dir erzählte." Das Mädchen stand auf und sah, dass tausende Schmetterlinge sie und den Stein umschwärmten. An den steilen Klippen vorbei konnte man das alte Boot und den Mann sehen.  Erst jetzt bekam Emely mit, dass die Insel mitten im Meer lag, weit und breit war kein anderes Land zu sehen. Wie war das möglich, wenn sie doch mit einem alten Kahn hier her gebracht worden war. Der Weg schlängelte sich wie ein Irrgarten über die Insel. Unter einem sehr alten Baum bemerkte Emely eine wunderschöne Rose, die ganz allein hier im Schatten stand. Als das Mädchen sich hinunter beugte, um die schöne rosafarbene Blüte zu streicheln, fiel ein Blatt zu Boden und wurde so-gleich zu Asche. "Hab keine Angst Du liebes Mädchen, ich bin Roseann, die Rose der Ewigkeit. Ich trage ungezählte Brüder und Schwestern in meinem Herzen. Jede Rose hier auf der Insel ist ein Blatt an meiner Blüte. Stirbt eine Rose, verliere ich eines davon. Mit jedem fallenden Blatt aber auch ein neues Leben entsteht. Meine Wurzeln sind mit all den anderen Rosen hier verbunden. Vor hunderten von Jahren pflanzte der alte Gärtner mich als Mutter aller Rosenkinder. Von dem Tage an, an dem er nicht mehr auf diesem Planeten verweilte, versorgte ich die Kinder seiner Saat. Der Baum teilt mit mir das Wasser seiner Wurzeln, die tief ins Erdreich gehen, er schützt mich vor Regen und Sturm. Mit meinen Wurzeln gebe ich das Wasser an meine Geschwister. Ich bin die Ewigkeit, stiehlt man mir mein Leben, leiden auch andere". Die kleine Emely erhob sich langsam und sprach: "Lebe wohl Roseann und gedankt sei dir für deine guten Taten".  Nach wenigen Schritten sah das Mädchen einen bunten Vorhang aus Schmetterlingen. Zwischen zwei Bäumen hängend, hielten sie sich alle untereinander fest, aneinandergereiht wie eine Perlenkette. Als Emely näher kam, teilte sich der magische Schleier und gab einen Weg in eine kleine blühende Oase frei. In deren Mitte stand ein Portal mit einem wunderschönen Springbrunnen darin. Eine liebliche Fee schmückte den Brunnen. In einer Hand hielt sie eine zierliche Vase, aus der Wasser ins Becken floss. Emely verspürte Durst und faltete die Hände, um Wasser aus dem Kelch aufzufangen. Samt streichelte das Nass ihre Lippen und nach dem ersten Schluck erschien ein Junge mit geschlossenen Augen am Brunnenrand. War dieser Knabe ein Geist? Man konnte durch ihn durchschauen. Emely wich zurück und plötzlich atmete die Fee einen Nebel aus, der sich langsam um den Jungen schmiegte. Der Knabe erhob darauf seinen Kopf und öffnete die Augen. Das leuchtende Blau dieser sanften Augen ergriff Emely´s Herz. Sie ging auf den Jungen zu, der ihr seine beiden Hände entgegen hielt und ihr zuflüsterte: "Bitte berühre mich, halt meine Hände in deinen und ich teile meine Träume mit dir." Emely nahm seine Hände in ihre und spürte eine unglaubliche Wärme. Sie hatte nie je solche Sehnsucht in ihrem Herzen gefühlt, wie in diesen Moment. Er führte sie sanft auf eine kleine Lichtung neben den Brunnen und mit dem Blinzeln seiner Augen fielen tausend bunte Blätter vom Himmelsdach und ein lieblicher Reigen erklang. Der Junge fing an das Mädchen im Kreis zu führen und ehe Emely verstand, was gerade passierte, tanzte sie mit dem Jungen im Klang der Natur, dem Sonnenuntergang entgegen. So schnell der Junge dagewesen war, so schnell verschwand er auch wieder. Sie hörte in der Ferne noch seine Stimme, ihre Hände wurden langsam wieder kalt und plötzlich kam sie sich verloren vor. Die Sonne war im Begriff schlafen zu gehen. Ihre letzten Strahlen durchdrangen am Ende der Lichtung einige Bäume, unter denen man einen Mann mit einer Sense arbeiten sah. Alt und schwach waren seine Bewegungen, die Sachen verschlissen. War das der Geist des Gärtners, der nicht zur Ruhe kommen mochte? Das Mädchen erschrak mit einem Mal, die Zeit, wie spät war es nur und wartet der alte Mann noch dort unten am Wasser auf sie? Mit schnellen Schritten lief das Mädchen wieder den Weg zurück, die große Treppe hinunter und,.. ja, da stand noch das Boot, der alte Mann reichte ihr die Hände  und half ihr ohne Worte ins Boot. Langsam ging es wieder in die Richtung des Nebels, der sich mit dem Untergang der Sonne wieder gebildet hatte. Außer dem knarrenden Geräusch des Ruders in der Gabel und dem stöhnenden Kahn war es still. Am Ufer des Waldes angekommen sprang Emely aus dem Boot und fiel in den Sand. Als sie sich aufgerichtet hatte, Kleid und Hände vom Sand befreit, drehte sie sich zum Wasser, um sich bei dem alten Mann zu bedanken. Doch der war nicht mehr da, wie ein Geist verschwunden. Langsam kroch der Nebel das Ufer herauf und verschleierte alles in seinem Dunstkreis. Emely hörte ihre Mutter: "Kleines, aufstehen, du musst zur Schule".


 
 
 
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