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FLOOR - THE EYE

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FLOOR



It was one of those typical gray days in this landscape, far removed from the pulsating life. The few remaining people in their stately mansions lived reclusively on vast estates, surrounded by forests, moors, and endless heathlands. Here, time had stood still, frozen in the landscape and in those who remained. No contact was maintained with one another; any chance encounter was dismissed with a brief nod of the head. The only thing that still connected the few people here was a deafeningly silent driver of a rickety delivery van, who drove from house to house every Tuesday to deliver groceries and mail. The goods lay in old wooden crates, marked with a small ribbon on the side to identify the owner. He merely left them on the doorstep, reached for the empty exchange crate and an envelope containing money and the next order. At the last delivery point, this exchange crate contained a small wooden box in addition to the envelope. Bewildered, the young man looked around, stared at the entrance door and the windows of the house, sat down on the wide stone steps, and opened the unadorned box. A rusted steel ring held large, heavy keys together, and at the bottom of the box lay a yellowed piece of paper with a pencil drawing, a kind of map. He recognized prominent features of the surroundings. A drawn circle marked his current position, the house on whose steps he was currently sitting. A slightly thicker line cut through the familiar paths of this landscape, whose inhabitants he never got to see, and ended at a second marker, slightly outside the routes he had traveled for years. With the drawing in his field of vision, he followed the trail, the forest growing increasingly dense. The surroundings were completely foreign to him, the path became narrower and narrower, and moving forward with the delivery van was no longer possible. He grabbed the drawing from the dashboard, took the keys from the box lying on the passenger seat, and left the car behind.

With slow steps, he followed the drawn path, the grass and undergrowth growing higher with every meter until it reached his shoulders. In the distance, the outlines of walls emerged, the contours becoming clearer with every step. Stunned as if petrified, he stood in a clearing shrouded in fog, his eyes fixed on a large old villa. The eternal loneliness he had felt in his life was swept away by the utter emptiness of this abandoned place. Surrounded by impenetrable green, he stared at the mighty walls, which seemed to have long lost the war against overwhelming nature. Firmly anchored between wood and stone, shrubs and vines twisted, climbing up them, enveloping terraces and balconies with dense foliage, stripping the windows of any light, and weighing heavily on beams and the roof.
Slowly, he puts one foot in front of the other toward the entrance door. The stubbornness of the overgrowth clinging to the door injures his hands, and only the third key turns the lock, revealing the view inside. A large hallway with an imposing staircase in its center, the view stretching far to the right and left of it into the depths, though a veil of dust reveals nothing more. How long might this building have stood empty, he wondered, and began to look around. All the doors down here stood open; it was likely the centerpiece of the house and its inhabitants. All the furniture was apparently still there, nothing seemed truly missing, every space, whether floor or wall, was filled, spared from emptiness.

The heavy timbers of the stairs remained silent under his steps upward, winding along the walls like a snake, its end culminating in the upper center into an atrium, roofed by a glass dome. Numerous doors led off from here, but in contrast to the ground floor, they were all locked. One door after another he opened, took a seat on chair and bed, lingered for an eternity in every room, sinking into thoughts about the former inhabitants and their lives within these walls. Every room seemed to want to tell a life, behind every door a different story just waiting to be heard. Deep into the night, he abandoned himself to this, deeply forgetting what had made him an outsider, feeling joy and sorrow, participating in the lives of others, rescuing them from oblivion, filling the house with life once more, leading it out of loneliness with every key. Surely, one or the other knows the feeling described here, of wanting to learn a little more, yet there seem to be no answers.






Es war einer der typischen grauen Tage in dieser Landschaft, weit ab vom pulsierendem Leben. Die wenigen verbliebenen Menschen in ihren stattlichen Anwesen lebten zurückgezogen auf großen Ländereien, von Wäldern, Mooren und endlosen Heideflächen umgeben. Hier war die Zeit stehen geblieben, erstarrt in der Landschaft und den Verbliebenen. Man pflegte keinen Kontakt untereinander, eine eventuelle Begegnung wurde mit kurzem Kopfnicken abgetan. Was die wenigen Menschen hier noch verbannt war ein taubstummer Fahrer eines klapprigen Lieferwagens, der jeden Dienstag von Haus zu Haus fuhr, um Lebensmittel und Post auszuliefern. Die Ware lag in alten Holzstiegen, ein Bändchen an der Seite den Besitzer kennzeichnete. Er stellte sie nur vor die Tür ab, griff nach der leeren Austauschkiste und einem Umschlag, in ihm Geld und die nächste Bestellung sich befand. An der letzten Lieferstelle enthielt solch Austausch-Stiege zu dem Umschlag auch eine kleine Holzschatulle. Verwundert sah der junge Mann sich um, starrte auf die Eingangstür und den Fenstern des Hauses, setzte sich auf die breite Steintreppe und öffnete das schmucklose Kästchen. Ein verrosteter Stahlring hielt große schwere Schlüssel zusammen, am Boden der Schachtel ein vergilbtes Blatt Papier mit einer Bleistiftzeichnung, einer Art Karte. Er erkannte markante Punkte dieser Umgebung wieder. Ein eingezeichneter Kreis markierte seinen jetzigen Standpunkt, das Haus, auf dessen Treppe er gerade saß. Eine etwas dickere Linie zerschnitt die bekannten Wege dieser Landschaft, deren Bewohner er nie zu Gesicht bekam und mündete an einer zweiten Markierung, etwas außerhalb der von ihn schon Jahre befahrenen Wege. Die Zeichnung im Blickfeld folgte er der Spur, der Wald zunehmend immer dichter wurde. Die Umgebung war ihn völlig fremd, immer schmaler der Weg wurde, ein voran kommen mit dem Lieferwagen nicht mehr möglich war. Er griff nach der Zeichnung auf dem Armaturenbrett, nahm die Schlüssel aus dem Kästchen, das auf dem Beifahrersitz lag und ließ den Wagen stehen.

Mit langsamen Schritten folgte er den gezeichneten Weg, das Gras und Gestrüpp wurde mit jedem Meter höher und reichte bis an die Schultern. In der Ferne zeichneten sich Umrisse eines Gemäuer ab, mit jedem Schritt die Konturen deutlicher wurden. Wie versteinert stand er auf einer vom Nebel eingehüllten Lichtung, die Augen auf einer großen alten Villa gerichtet. Die ewig gefühlte Einsamkeit in seinem Leben wurde hinweggefegt von der völligen Leere dieses verlassenen Ortes. Umgeben von undurchdringlichem Grün starrte er auf die mächtigen Mauern, die den Krieg gegen die übermächtige Natur schon lange verloren haben zu scheinen. Fest verankert zwischen Holz und Stein winden sich Sträucher und Ranken, klettern an ihnen empor, umspinnen Terrassen und Balkone mit dichtem Blattwerk, nehmen den Fenstern jedes Licht, lasten auf Balken und Dach. Langsam setzt er einen Fuß vor den anderen, der Eingangstür entgegen. Die Widerspenstigkeit des an der Tür anhaftendem Bewuchses verletzen seine Hände und erst der dritte Schlüssel bewegt das Schloss, gibt den Blick ins Innere frei. Ein großer Flur mit einer imposanten Treppe in dessen Mitte, weit der Blick rechts und links von ihr in die Tiefe reicht, ein Staubschleier nichts weiter erkennen lässt. Wie lange mag dieses Gebäude wohl schon leer stehen, fragte er sich und begann sich umzuschauen. Alle Türen hier unten standen offen, es wohl der Mittelpunkt des Hauses und deren Bewohner war. Das ganze Mobiliar war scheinbar vorhanden, nichts schien wirklich zu fehlen, jeder Platz, ob Boden oder Wand war gefüllt, der Leere entbunden.

Die schweren Hölzer der Treppe schwiegen unter seinen Tritte nach oben, sie windete sich wie eine Schlange an den Mauern entlang, ihr Ende in der oberen Mitte in ein Atrium mündete, überdacht von einer Glaskuppel. Von hier aus gingen zahlreiche Türen ab, im Gegensatz zum Erdgeschoss aber alle verschlossen waren. Eine Tür nach der anderen öffnete er, nahm Platz auf Stuhl und Bett, verweilte eine Ewigkeit in jeden Raum, versank im Gedanken nach den ehemaligen Bewohnern und ihr Leben in diesen Wänden. Jedes Zimmer schien ein Leben erzählen zu wollen, hinter jeder Tür eine andere Geschichte nur darauf wartet, erhört zu werden. Bis tief in die Nacht gab er sich dessen hin, ließ tief vergessen, was ihm zum Außenseiter gemacht, spürte Freud und Leid, nahm teil am Leben anderer, entzog sie der Vergessenheit, füllte das Haus wieder mit Leben, führte es mit jedem Schlüssel aus der Einsamkeit heraus. Der eine oder andere kennt bestimmt das hier geschilderte Gefühl, etwas mehr erfahren zu wollen, es aber keine Antworten scheint zu geben.



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