GHOST
Eight hundred years ago, in what is now Scotland, a boy named Male was born on a large estate. He and his older sister enjoyed their mother’s self-sacrificing love for only a short time. In the boy’s fourth year of life, their mother died of tuberculosis. The father was rarely home, and so the castle staff took care of their upbringing. Thanks to the immense wealth, there was no shortage of handpicked staff, such as tutors, coachmen, domestic servants, and kitchen personnel. After years of lightheartedness, however, the father's business began to decline, and he stayed away more and more often, with prolonged stays in distant lands.
Weeks later, sales worsened, and there were barely any earnings to report, forcing the father to dismiss some of the staff and part with a large portion of the precious furniture from the structure of well over 80 rooms to offset his failed investments. In more than 40 rooms, the paintings were taken down, and the furniture and fabrics were removed. Nothing remained in these rooms; a part of the house was completely cleared out. The boy was always drawn to the now-vacant south wing, loving to run like lightning through the rooms and halls of each floor. They constantly had to search for him, for he lost all track of time here. After multiple pleas from the staff, and for the safety of the children, the father had all access doors and windows of this complex walled up.
Months passed, and while the children were playing hide-and-seek in the vast garden, the boy found an opening beneath the south wing behind a rose hedge. It was narrow and ran diagonally upward into the interior. A good hiding place, Male thought to himself, and squeezed into the hole. Only after minutes of intense effort did he see a faint glimmer of light at the end of the tunnel. A few meters before the exit, his clothes caught on a latch on the wall. With all his might, he pulled himself forward until, with a dull thud, a hatch closed behind him. He crawled out of the opening and stood in the former servants' kitchen of the south wing.
The sunlight pierced through several gaps in the walled-up windows. He found the upper floors and the massive attic in this same condition. All windows and the entryways to the rest of the castle were bricked up. In some rooms, it was so dark he couldn't see a thing. Fear gripped him, and he desperately searched for an exit. He crawled back into the hole, but the hatch could no longer be opened. His entire body began to tremble with fear; he grew more and more frantic, and tears appeared on his face. With all his strength, he banged against doors and walls, running from one floor to another to find an exit somewhere, crying his heart out to the point of exhaustion. Outside, all the servants searched the garden and the adjacent woods until late into the night. Luise, Male’s sister, lay weeping in her bed. Her mother dead, her father away traveling, and her little brother gone. A feeling of being entirely alone in this world spread through her young body.
On the third day, a little boy in the south wing crawled into his mother’s former bedroom out of sheer exhaustion and collapsed onto the floor, right where the bed used to stand.
When the father returned home and was told of the tragedy, he broke down and fell so gravely ill that he passed away shortly thereafter. In his weeks of absence, he had made a fortune, which he now bequeathed to his daughter, who spent her life in this castle until her death at the age of 82. She never married and remained alone throughout her life. Often, she remembered back to the night her little brother disappeared. In her dreams, she searched for him almost every night to the point of madness, and did so for a lifetime.
After her death, the estate lay abandoned for more than 100 years until a lord bought it and had it made completely accessible again. During the construction work, the mortal remains of a cowering child were found on the floor of the former bedroom. The lord had a beautiful grave prepared for the boy in the park, framed by a small fence, into which a delicate gate without a lock was crafted.
No one ever passes by here, and yet, as the daylight draws to a close, the little gate stands open, only to be seen closed again in the morning. Even today, at sunset, one can hear the voices of the children. Luise calls out for her brother Male, who runs through the rooms like lightning. He leaves a trail of closed doors behind him. On these nights, the doors throughout the entire south wing cannot be opened, and in the garden, one can hear a girl calling the name "Male."
Vor 800 Jahren wurde im heutigen Schottland auf einem großen Anwesen ein Junge Namens Male geboren. Er und seine ältere Schwester wurde die aufopfernde Mutterliebe nur kurz zu teil. Im Vierten Lebensjahr des Jungen verstarb die Mutter an Tubakolose. Der Vater war selten zu Hause und somit kümmerten sich die Angestellten des Schlosses um die Erziehung. Durch den immensen Reichtum mangelte es nicht an ausgesuchten Personal wie Lehrer, Kutscher, Dienerwirtschaft und Kochpersonal. Nach Jahren der Sorglosigkeit ließen jedoch die Geschäfte des Vaters nach, er blieb immer öfter weg mit längeren Aufenthalten in fernen Ländern.
Wochen später verschlechterten sich die Verkäufe und es war kaum noch Verdienst zu verzeichnen, so das der Vater einige Angestellte vom Personal fort schicken mußte, sich von einem großen Teil kostbaren Mobiliar des weit über 80 Räumen großen Bauwerks trennte, um Fehlinvestitionen auszugleichen. In über 40 Räumen wurden die Bilder abgehangen, Möbel und Stoffe entfernt. Nichts verblieb in diesen Räumen, ein Teil des Hauses komplett geräumt. In den nun leer stehenden Südflügel zog es den Jungen immer wieder gerne hin um schnell wie der Blitz durch die Räume und Säle der Etagen zu rennen. Man mußte ihn ständig suchen, den er vergaß hier jegliche Zeit. Der Vater ließ nach mehrmaligen bitten der Angestellten und zur Sicherheit der Kinder sämtliche Zugangstüren und Fenster dieses Komplexes zumauern.
Monate gingen ins Land und beim Versteckspielen der Kinder in dem riesigen Garten fand der Junge hinter einer Rosenhecke eine Öffnung unterhalb des Südflügels. Es war eng und verlief schräg nach oben ins Innere. Ein gutes Versteck dachte sich Male und zwang sich in dieses Loch. Erst nach Minuten voller Anstrengung sah er ein schwachen Lichtschein am Ende des Tunnels. Ein paar Meter vorm Ausgang blieb er mit seinen Kleidern an einem Riegel an der Wand hängen. Mit aller Kraft zog er sich weiter bis mit einem dumpfen Schlag sich hinter ihm eine Klappe verschloß. Er kroch aus der Öffnung und stand in der ehemaligen Angestelltenküche des Südflügels.
Das Sonnenlicht drang durch etlichen Fugen der zugemauerten Fenster. In diesen Zustand fand er auch die oberen Stockwerke und den riesigen Boden vor. Alle Fenster und die Zugänge zum Rest des Schlosses waren zugemauert. In manchen Räumen konnte er vor Dunkelheit nichts erkennen. Er bekam es mit der Angst zu tun und suchte verzweifelt nach einem Ausgang. Er kroch zurück in das Loch, doch diese Klappe ließ sich nicht öffnen. Sein ganzer Körper fing an vor Angst zu zittern, er wurde immer nervöser und Tränen zeigten sich auf seinem Gesicht. Mit aller Kraft klopfte er gegen Türen und Mauern, rannte von einem ins andere Stockwerk um irgendwo eines Ausgang zu finden und schrie sich dabei die Seele bis zur Erschöpfung aus dem Leib. Draußen suchten alle Bediensteten bis spät in die Nacht hinein den Garten und den angrenzenden Wald ab. Luise, Schwester von Male lag weinend in ihrem Bett. Die Mutter tot, der Vater auf Reisen und ihr kleiner Bruder verschwunden. Ein Gefühl des Alleinseins auf dieser Welt machte sich in ihrem jungen Körper breit.
Am dritten Tag kroch im Südflügel vor Erschöpfung ein kleiner Junge in das ehemalige Schlafzimmer seiner Mutter und sackte an der Stelle zu Boden, wo früher das Bett stand.
Als der Vater heimkehrte und ihm die Tragödie zugetragen wurde brach er zusammen und erkrankte so sehr, das er nach kurzer Zeit verstarb. Er hatte in den Wochen der Abwesenheit ein Vermögen verdient und es nun der Tochter vererbt, die bis zu ihrem Tode mit 82 Jahren in diesem Schloß verbrachte. Sie hatte nie geheiratet und blieb zeitlebens alleine. Oft erinnerte sie sich an die Nacht zurück, an der ihr kleiner Bruder verschwand. In ihren Träumen suchte sie fast jede Nacht bis zum Wahnsinn nach ihm, und das ein Leben lang.
Nach ihrem Tode war das Anwesend mehr als 100 Jahre verweist bis ein Lord es kaufte und es wieder komplett zugänglich machen ließ. Bei den Bauarbeiten fand man am Boden des ehemaligen Schlafgemach die sterblichen Überreste eines zusammenkauerndes Kindes. Der Lord ließ für den Jungen im Park ein schönes Grab herrichten. Eingerahmt von einen kleinen Zaun, in dem ein zarte Tür ohne Schloß eingearbeitet wurde.
Nie kommt hier einer vorbei und trotzdem steht das kleine Türchen, wenn das Tageslicht sich dem Ende neigt offen, am Morgen man es wieder verschlossen erblickt. Noch heute hört man zum Sonnenuntergang die Stimmen der Kinder. Luise ruft ihren Bruder Male, der wie ein Blitz durch die Zimmer läuft. Er hinterläßt eine Spur von geschlossenen Türen. In diesen Nächten lassen sich die Türen im ganzen Südflügel nicht öffnen und im Garten hört man ein Mädchen den Namen "Male" rufen.
Wochen später verschlechterten sich die Verkäufe und es war kaum noch Verdienst zu verzeichnen, so das der Vater einige Angestellte vom Personal fort schicken mußte, sich von einem großen Teil kostbaren Mobiliar des weit über 80 Räumen großen Bauwerks trennte, um Fehlinvestitionen auszugleichen. In über 40 Räumen wurden die Bilder abgehangen, Möbel und Stoffe entfernt. Nichts verblieb in diesen Räumen, ein Teil des Hauses komplett geräumt. In den nun leer stehenden Südflügel zog es den Jungen immer wieder gerne hin um schnell wie der Blitz durch die Räume und Säle der Etagen zu rennen. Man mußte ihn ständig suchen, den er vergaß hier jegliche Zeit. Der Vater ließ nach mehrmaligen bitten der Angestellten und zur Sicherheit der Kinder sämtliche Zugangstüren und Fenster dieses Komplexes zumauern.
Monate gingen ins Land und beim Versteckspielen der Kinder in dem riesigen Garten fand der Junge hinter einer Rosenhecke eine Öffnung unterhalb des Südflügels. Es war eng und verlief schräg nach oben ins Innere. Ein gutes Versteck dachte sich Male und zwang sich in dieses Loch. Erst nach Minuten voller Anstrengung sah er ein schwachen Lichtschein am Ende des Tunnels. Ein paar Meter vorm Ausgang blieb er mit seinen Kleidern an einem Riegel an der Wand hängen. Mit aller Kraft zog er sich weiter bis mit einem dumpfen Schlag sich hinter ihm eine Klappe verschloß. Er kroch aus der Öffnung und stand in der ehemaligen Angestelltenküche des Südflügels.
Das Sonnenlicht drang durch etlichen Fugen der zugemauerten Fenster. In diesen Zustand fand er auch die oberen Stockwerke und den riesigen Boden vor. Alle Fenster und die Zugänge zum Rest des Schlosses waren zugemauert. In manchen Räumen konnte er vor Dunkelheit nichts erkennen. Er bekam es mit der Angst zu tun und suchte verzweifelt nach einem Ausgang. Er kroch zurück in das Loch, doch diese Klappe ließ sich nicht öffnen. Sein ganzer Körper fing an vor Angst zu zittern, er wurde immer nervöser und Tränen zeigten sich auf seinem Gesicht. Mit aller Kraft klopfte er gegen Türen und Mauern, rannte von einem ins andere Stockwerk um irgendwo eines Ausgang zu finden und schrie sich dabei die Seele bis zur Erschöpfung aus dem Leib. Draußen suchten alle Bediensteten bis spät in die Nacht hinein den Garten und den angrenzenden Wald ab. Luise, Schwester von Male lag weinend in ihrem Bett. Die Mutter tot, der Vater auf Reisen und ihr kleiner Bruder verschwunden. Ein Gefühl des Alleinseins auf dieser Welt machte sich in ihrem jungen Körper breit.
Am dritten Tag kroch im Südflügel vor Erschöpfung ein kleiner Junge in das ehemalige Schlafzimmer seiner Mutter und sackte an der Stelle zu Boden, wo früher das Bett stand.
Als der Vater heimkehrte und ihm die Tragödie zugetragen wurde brach er zusammen und erkrankte so sehr, das er nach kurzer Zeit verstarb. Er hatte in den Wochen der Abwesenheit ein Vermögen verdient und es nun der Tochter vererbt, die bis zu ihrem Tode mit 82 Jahren in diesem Schloß verbrachte. Sie hatte nie geheiratet und blieb zeitlebens alleine. Oft erinnerte sie sich an die Nacht zurück, an der ihr kleiner Bruder verschwand. In ihren Träumen suchte sie fast jede Nacht bis zum Wahnsinn nach ihm, und das ein Leben lang.
Nach ihrem Tode war das Anwesend mehr als 100 Jahre verweist bis ein Lord es kaufte und es wieder komplett zugänglich machen ließ. Bei den Bauarbeiten fand man am Boden des ehemaligen Schlafgemach die sterblichen Überreste eines zusammenkauerndes Kindes. Der Lord ließ für den Jungen im Park ein schönes Grab herrichten. Eingerahmt von einen kleinen Zaun, in dem ein zarte Tür ohne Schloß eingearbeitet wurde.
Nie kommt hier einer vorbei und trotzdem steht das kleine Türchen, wenn das Tageslicht sich dem Ende neigt offen, am Morgen man es wieder verschlossen erblickt. Noch heute hört man zum Sonnenuntergang die Stimmen der Kinder. Luise ruft ihren Bruder Male, der wie ein Blitz durch die Zimmer läuft. Er hinterläßt eine Spur von geschlossenen Türen. In diesen Nächten lassen sich die Türen im ganzen Südflügel nicht öffnen und im Garten hört man ein Mädchen den Namen "Male" rufen.