THE LAST EARTHLY WAY
For that "unknown" person, the morning is a personal event. Decades he spent dedicating his life to the countless textbooks of this world, studied at the most diverse schools in many countries, and passed every upcoming exam with honors. Over time, he increasingly lost his social environment, the circle of his friends shrank to a pitiful minimum, social community had no relevant meaning, and any relationships failed due to the self-imposed hunger for knowledge, the desire to absorb everything learned in this world, to one day be accepted into the circle of space travelers. The wish to fly into space became a pathological obsession, and that fixation upon it should and could not be apparent to others. Thus, he had no choice but to mimic the "simply nice guy next door" who just happened to possess an excellent education. Deep inside, however, he consistently followed his path, let nothing stop him, and so came the day when his persistence paid off. The starting point for his actual goal was reached. He became part of the next crew that was to embark on the next journey into orbit. Strengthened in his own actions, he adapted perfectly to the team, feigned being just a normal guy here too, with all the highs and lows of life, but kept his split personality invisibly hidden deep in the darkness of his persona. Weeks of training sessions, briefings, and further tests followed, with the day of the mission and thus the launch drawing closer and closer. Golden, the sun showed itself early on the horizon, providing a glowing backdrop to the launch pad as they stepped up the ramp to the rocket together. The only thing that truly united all three was the fact that they had achieved their dream of flying into space once. The launch, the decoupling of the fuel tanks, the entry into orbit—everything went without a hitch; they had made it. Immediately, everyone went to their tasks, and the learned routine crept in. Often, the "unknown" person looked out into the darkness, escaped real life through daydreams, listened to those voices he seemed to perceive from the vastness, which the other two astronauts dismissed with a shake of the head and slight bewilderment, calling him a strange "oddball." Sleeping was done in shifts, as many experiments could only be carried out on one device in a short amount of time. That suited the "silent one," as the "unknown" person had been called up here since the launch, very well. Everything that had ever tormented, confined, badgered, patronized, and commanded him in his earthly existence was to end here. Even imminent death aroused neither doubt nor the slightest fear in him. With that thought in his head, he minorly manipulated the oxygen supply in that pod where his colleagues had already fallen asleep, so they would only sleep longer and deeper without taking harm. Programming the automatic airlock door was done in seconds. Now, just step into the suit, open the airlock to the actual egress, and finally yield to the inner urge, rid himself of the monster that had tormented him since childhood, free himself from this indoctrinated power of thoughts. I slowly twist like a worm in the constant darkness, it is not cold, I breathe calmly, the escaped homeland hangs far below me. How deceptive its image is, yet it radiates peaceful tranquility from up here. The ship moves increasingly away, after a short time only a bright point in the darkness that fades further. Slowly, everything blurs before my eyes, breathing becomes difficult for me. My life passes by me in pictures, infinity becomes the place of my dreams. I will now travel eternally, not remain in one place like on Earth. My heart begins a hopeless struggle, I gasp for air, the used commodity of life is running out, what remains is my undamaged body, losing itself into infinity.
Für jenen "Unbekannten" ist der Morgen ein persönliches Ereignis. Jahrzehnte verbrachte er damit, sein Leben den unzähligen Fachbüchern dieser Welt zu widmen, studierte an den unterschiedlichsten Schulen in vielen Ländern und bestand jede anstehende Prüfung mit Auszeichnungen. Über die Zeit hinaus verlor er zunehmend sein soziales Umfeld, der Kreis seiner Freunde schrumpfte auf ein klägliches Minimum, gesellschaftliche Gemeinschaft hatte keine relevante Bedeutung und jegliche Beziehungen scheiterten an dem selbst auferlegten Hunger nach Wissen, dem Verlangen, alles gelernte dieser Welt in sich aufzunehmen, um eines Tages im Kreise der Weltraumfahrer aufgenommen zu werden. Der Wunsch ins All zu fliegen wurde zur krankhaften Obsession und jene Fixierung darauf sollte und dürfte für andere nicht ersichtlich sein. Es blieb ihm also nichts weiter übrig, als den "einfach netten Menschen von neben an" zu mimen, der eben nur zufällig eine exzellente Ausbildung vorweisen konnte. Tief im Inneren jedoch ging er Konsequent seinen Weg, ließ sich durch nichts aufhalten und so kam der Tag, an dem sich seine Beharrlichkeit auszahlte. Der Ausgangspunkt für sein eigentliches Ziel war erreicht. Er wurde Teil der nächsten Crew, die die nächste Reise in den Orbit antreten sollte. Gestärkt im eigenem Tun, passte er sich dem Team bestens an, heuchelte auch hier den ganz normalen Typen mit all den Höhen und Tiefen des Lebens vor, hielt seine gespaltene Persönlichkeit aber unsichtbar tief im Dunkel seiner Person versteckt. Es folgten wochenlange Trainingseinheiten, Besprechungen und weitere Tests, der Tag der Mission und somit der Start immer näher kam. Goldfarbend zeigte sich die Sonne in der Frühe am Horizont, verschaffte dem Startfeld eine leuchtende Kulisse, als sie gemeinsam die Rampe zur Rakete empor schritten. Das einzige, was wohl alle Drei wirklich verbannt war die Tatsache, dass sie ihren Traum erreicht haben, einmal ins All zu fliegen. Der Start, das Abkoppeln der Treibstoffbehälter, der Eintritt in den Orbit, alles verlief ohne Probleme, man hatte es geschafft. Sofort ging jeder an seine Aufgaben und die erlernte Rutine schlich sich ein. Oft sah der "Unbekannte" ins Dunkle hinaus, entfloh durch Tagträume dem realen Leben, lauschte jenem Stimmen, die er aus den Weiten zu vernehmen schien, was die anderen zwei Astronauten mit Kopfschütteln und leichter Verwunderung abtaten, er sei eben ein komischer "Kautz". Geschlafen wurde im Wechsel, da viele Experimente nur an einem Gerät in Kürze durchgeführt werden konnten. Das kam den "Stillen", wie man den "Unbekannten" seit dem Start hier oben nannte, sehr entgegen. Alles, was ihm im irdischen Dasein je gequält, eingeengt, gegängelt, bevormundet und befehligt hat, sollte hier ein Ende haben. Selbst der bevorstehende Tod erweckte in ihm weder Zweifel noch die geringste Angst. Mit jenem Gedanken im Kopf manipulierte er geringfügig die Sauerstoffzufuhr in jener Zelle, wo die Kollegen schon eingeschlafen waren, sollten sie nur länger und tiefer schlafen, ohne Schaden zu nehmen. Das programmieren des automatischen Schleusentors war in Sekunden erledigt. Nun nur noch in den Anzug steigen, die Schleuse zum eigentlichen Ausstieg öffnen und dem innerlichen Verlangen endlich nachgeben, sich dem seit Kindheitstagen quälenden Monster endledigen, sich von dieser indoktrinierten Gedanken- Macht befreien. Ich winde mich langsam wie ein Wurm in der stätigen Dunkelheit, es ist nicht kalt, ich atme ruhig, die entflohene Heimat hängt weit unter mir. Wie trügerisch ihr Bild doch ist, strahlt sie doch von hier oben friedvolle Ruhe aus. Das Schiff entfernt sich zunehmend, nach kurzer Zeit nur noch ein heller Punkt in der Finsternis, der weiter verblasst. Langsam verschwimmt alles vor meinen Augen, das Atmen fällt mir schwer. Mein Leben schreitet in Bildern an mir vorbei, die Unendlichkeit wird zum Ort meiner Träume. Ich werde nun ewig reisen, nicht wie auf Erden verharren an einem Ort. Mein Herz beginnt einen aussichtlosen Kampf, ich ringe nach Luft, das gebrauchte Gut des Lebens geht zur Neige, was bleibt ist mein unversehrter Körper, der sich in die Unendlichkeit verliert.